Iksaka Banu: Alles für Hindia!

Nur wer sich kritisch mit der Geschichte auseinandersetzt, vermag es, andere Handlungsoptionen zu erkennen und aufzuzeigen, und kann so dazu beitragen, dass Wut und Enttäuschung, Misstrauen und Zweifel, in der Vergangenheit gesät, nicht immer weiter ihre verhängnisvollen Früchte treiben.

In den dreizehn Kurzgeschichten des vorliegendes Bandes führt uns Iksaka Banu auf eine sich über rund drei Jahrhunderte erstreckende Zeitreise durch Hindia. Der indonesische Name Hindia – oder auch Hindia-Belanda – steht für Niederländisch-Indien und bezeichnet den indonesischen Archipel unter der Herrschaft der Niederländer seit Anfang des 17. Jahrhunderts bis zur Unabhängigkeit der Republik Indonesien 1945.

Damit steht der Name auch für die zahlreichen Schauplätze erbitterter Kämpfe zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Kolonialherren, blutiger interethnischer Konflikte, skrupellosen Bestrebens nach Macht und Reichtum, schwelenden politischen und gesellschaftlichen Konflikten geprägt von Verrat, rassistischer Diskriminierung und Bigotterie.

Dass sich der Autor intensiv mit der kolonialen Geschichte seines Heimatlandes auseinandersetzt, spiegelt sich in jeder seiner Erzählungen. Neben einer sorgfältigen Recherche historischer Ereignisse auf der Grundlage historischer Sachbücher und Archivmaterial inspirieren Iksaka Banu literarische Werke indonesischer und internationaler Autoren, aber auch aktuelle Presseberichte und Reportagen.

Iksaka Banu: Alles für Hindia! Gossenberg, Ostasien-Verlag 2020 (ISBN: 978-3-946114-59-8)


Iksaka Banu: Lebewohl, Hindia!

Eine Kurzgeschichte von Iksaka Banu,
in der Übersetzung von Sabine Müller

Der alte Chevrolet, in dessen Fond ich saß, verlangsamte seine Fahrt, bis er schließlich am Ende der Noordwijk-Straße vor einer Barrikade aus Bambusstangen zum Stehen kam. Nur einen Augenblick später tauchte, einem Albtraum gleich, von der linken Seite eines Gebäudes her eine Gruppe langhaariger Männer auf, die ihre Waffen auf uns gerichtet hielten…