Archiv der Kategorie: Buch

Okky Madasari: Gebunden. Stimmen der Trommel

„Gebunden. Stimmen der Trommel“ ist die Übersetzung von Okky Madasaris viertem Roman Pasung Jiwa. Der Roman erschien in Indonesien 2013, und wurde ins Englische, Arabische und von Gudrun Ingratubun ins Deutsche übersetzt, wo er im Jahr 2015 im sujet Verlag erschien. Noch während seines Erscheinungsjahrs 2013 wurde Pasung Jiwa in Indonesien für den Khatulistiwa Literaturpreis nominiert.

Der Roman erzählt die Geschichte zweier Freunde, die in den späten 1990er Jahren während der zu Ende gehenden Regierungszeit des Diktators Suharto ihr Studium abbrechen und eine Straßenband gründen. Sie engagieren sich politisch und werden bei einer Razzia verhaftet.

Schwer traumatisiert durch das, was ihnen im Gefängnis angetan wurde, gehen beide nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis getrennte Wege. Während der transsexuelle Sasana als Sängerin Sasa auf lokalen Bühnen auftritt, muss Jaka sich als Fabrikarbeiter verdingen. Im Zuge der Finanzkrise und dem damit einhergehenden Ende der Regierungszeit des Diktators Suharto Ende der 1990er Jahre wird Jaka jedoch arbeitslos und findet im islamischen Extremismus einen Halt. Bei einem Konzert von Sasa begegnen sich die beiden wieder.

Okky Madasari engagiert sich in diesem Buch gegen Extremismus und Diskriminierung und zeigt, dass in Indonesien auch nach Einführung der Demokratie Bewegungen erstarkt sind, die gesellschaftliche Freiheit und Toleranz akut bedrohen.

Okky Madasari: Gebunden. Stimmen der Trommel. sujet Verlag, 2. Auflage 2017
(ISBN: 978–3-944201–83-2)


Iksaka Banu: Alles für Hindia!

Nur wer sich kritisch mit der Geschichte auseinandersetzt, vermag es, andere Handlungsoptionen zu erkennen und aufzuzeigen, und kann so dazu beitragen, dass Wut und Enttäuschung, Misstrauen und Zweifel, in der Vergangenheit gesät, nicht immer weiter ihre verhängnisvollen Früchte treiben.

In den dreizehn Kurzgeschichten des vorliegendes Bandes führt uns Iksaka Banu auf eine sich über rund drei Jahrhunderte erstreckende Zeitreise durch Hindia. Der indonesische Name Hindia – oder auch Hindia-Belanda – steht für Niederländisch-Indien und bezeichnet den indonesischen Archipel unter der Herrschaft der Niederländer seit Anfang des 17. Jahrhunderts bis zur Unabhängigkeit der Republik Indonesien 1945.

Damit steht der Name auch für die zahlreichen Schauplätze erbitterter Kämpfe zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Kolonialherren, blutiger interethnischer Konflikte, skrupellosen Bestrebens nach Macht und Reichtum, schwelenden politischen und gesellschaftlichen Konflikten geprägt von Verrat, rassistischer Diskriminierung und Bigotterie.

Dass sich der Autor intensiv mit der kolonialen Geschichte seines Heimatlandes auseinandersetzt, spiegelt sich in jeder seiner Erzählungen. Neben einer sorgfältigen Recherche historischer Ereignisse auf der Grundlage historischer Sachbücher und Archivmaterial inspirieren Iksaka Banu literarische Werke indonesischer und internationaler Autoren, aber auch aktuelle Presseberichte und Reportagen.

Iksaka Banu: Alles für Hindia! Gossenberg, Ostasien-Verlag 2020 (ISBN: 978-3-946114-59-8)


Iksaka Banu: Lebewohl, Hindia!

Eine Kurzgeschichte von Iksaka Banu,
in der Übersetzung von Sabine Müller

Der alte Chevrolet, in dessen Fond ich saß, verlangsamte seine Fahrt, bis er schließlich am Ende der Noordwijk-Straße vor einer Barrikade aus Bambusstangen zum Stehen kam. Nur einen Augenblick später tauchte, einem Albtraum gleich, von der linken Seite eines Gebäudes her eine Gruppe langhaariger Männer auf, die ihre Waffen auf uns gerichtet hielten…

Rio Johan: Aksara Amananunna

Die 12 Kurzgeschichten dieser Sammlung erzählen von 12 Menschen aus der Zeit der Sumerer bis in das Jahr 8475. Sie alle versuchen, sich etwas Größerem als sich selbst zu stellen. 2014 wurde das Buch vom Magazin Tempo als Prosabuch des Jahres ausgezeichnet.

Rio Johan: Aksara Amananunna. April 2014, Kepustakaan Populer Gramedia (Taschenbuch)


Rio Johan: Amananunnas Schrift

Kurzgeschichte von Rio Johan im Original
und in der Übersetzung von Gudrun Ingratubun.

Monate waren vergangen, seitdem Gott die Sprachverwirrung geschickt hatte und Amananunna hatte seine Sprache noch nicht gefunden. Es war als laste ein Fluch auf seiner Schicksalslinie…

Lala Bohang: The Book of Imaginary Beliefs

Wie schon seine beiden Vorgänger „The Book of Invisible Questions“ und The Book of Forbidden Feelings“ ist auch dieser dritte Band der Trilogie „The Book of Siblings“ von Lala Bohang wundervoll mit ihren eigenen Grafiken und ganz in grün illustriert. Die Texte handeln von den Gefühlen der Autorin und geben einen tiefen und bewegenden Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Es sind Geschichten über das eigene Ich, das Leben, Einsamkeit, Trauer und Liebe.

Lala Bohang: The Book of Imaginary Beliefs. PT. Gramedia Pustaka Februar Utama, 2019.


Leseproben aus dem Buch zum Download:

Feby Indirani: Bukan Perawan Maria

Der Kurzgeschichtenband Bukan Perawan Maria wurde von dem renommierten indonesischen Dichter und Publizisten Gunawan Mohamad herausgegeben. Die Sammlung von 18 satirischen Geschichten fand nicht nur in Indonesien, sondern auch international große Beachtung und wurde unter anderem von der Deutschen Welle und der BBC besprochen. 2018 erschien das Buch in der englischen Version, im darauf folgenden Jahr in der Übersetzung ins Italienische.

Feby Indiranis Erzählungen sind unkompliziert, beißend, witzig und humorvoll, nicht aufdringlich und nicht provokativ nur um der Provokation willen. Vielmehr veranlassen ihre Geschichten den Leser immer wieder, über sich selbst zu lachen. Mit Phantasie, Witz und viel Verständnis für Fragen des Glaubens lädt Feby uns ein, den Islam neu zu interpretieren. Ihre Dschinns und Engel zeigen uns die magischen Seiten, die Mythen und Märchen des Islam. Diesen Stil bezeichnet Feby Indirani selbst als Magischen Islamismus.

Feby Indirani: Bukan Perawan Maria. Pabrikultur 2017.


Feby Indirani: Die Frau, die ihr Gesicht verlor

Kurzgeschichte von Feby Indirani im Original
und in der Übersetzung von Gudrun Ingratubun

Eines Morgens erwachte Annisa und sah in den Spiegel. Da stellte sie fest, dass sie keine Nase mehr hatte….

Faisal Oddang: Sawerigading Datang Dari Laut

Die Sammlung von Kurzgeschichten von Faisal Oddang erschien 2019 in indonesischer Sprache. Die Geschichten spielen oft vor dem kulturellen Hintergrund der in Süd-Sulawesi beheimateten Bugis-Ethnie und mischen historische Fakten mit mystischen Geschehnissen, die in den lokalen Geschichten überliefert sind.

Das Buch ist nicht in deutscher Sprache erhältlich. Eine der Kurzgeschichten hat Gudrun Ingratubun für uns übersetzt und kann mit freundlicher Genehmigung des Autors hier veröffentlicht werden.

Faisal Oddang: Sawerigading Datang dari Laut. DIVA Press, Januar 2019.


Agus R. Sarjono: Gestatten, mein Name ist Trübsinn.

Die Gedichte in diesem Buch bieten dem Leser einen Überblick über das lyrische Schaffen Agus R. Sarjonos bis ins Jahr 2015.

Agus R. Sarjono: Gestatten, mein Name ist Trübsinn. Aus dem Indonesischen von Berthold Damshäuser. regiospecrtra, Oktober 2015

Das Buch auf der Webseite des Verlages.


Triyanto Triwikromo: Metamorkafka

Im Herbst 2017 lebte Triyanto Triwikromo drei Monate als Stipendiat des indonesischen Nationalen Buchkomitees in Berlin, um hier und in Prag für seinen Roman Metamorkafka zu recherchieren. Die Geschichte spielt im letzten Lebensjahr Franz Kafkas in Berlin, wo er sich mit seiner Geliebten Dora Diamant niedergelassen hatte.

In seinem Roman vermag es Triyanto Triwikromo, der Geschichte eine kafkaeske Wendung zu geben, als der in Salatiga, Indonesien geborene Kafka sich in ein Rind verwandelt und seiner eigenen Romanfigur Gregor Samsa begegnet. Triyanto Triwikromo, der in vielen seiner fiktionalen Schriften eine große Nähe zu Kafka zeigt, verbindet in diesem Roman die Romanze zwischen Kafka und Dora Diamant geschickt und mit Humor mit der javanischen Philosophie. Besonderen Bezug nimmt er auf Kafkas Roman „Die Verwandlung“, über den er sagt: „Wäre Kafka in Java geboren worden, hätte er das gleiche Buch geschrieben, denn in Java ist das Leben, das Kafka beschrieb, ganz normal. Im javanischen Realismus wird das Sichtbare und das Unsichtbare ohne Unterscheidung miteinander vermischt. Das Satanische und das Göttliche sind im Körper eines Javaners lediglich Attribute, die Seite an Seite gehen und nicht in Frage gestellt werden können“ (dw.com).

Der Roman sollte ursprünglich Anfang 2019 erscheinen, ist aber bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes (Oktober 2020) noch nicht publiziert.


Sutan Takdir Alisjahbana: Verlieren und Gewinnen

Das epische Drama, das während des Zweiten Weltkriegs in Asien spielt, erzählt die Geschichte des japanischen Offiziers Okura, des indonesischen Nationalisten Hidayat und der deutsch-schweizerischen Humanistin Elisabeth. Alisjahbana gelingt es, die große Geschichte im Kleinen und die kleinen Geschichten im Großen widerzuspiegeln. Es geht um Krieg und Frieden, um Liebe und Tod, um den Kampf für die Unabhängigkeit Indonesiens gegen Japan und die frühere Kolonialmacht Niederlande. Es entsteht ein Bild der indonesischen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs, in dem neben antijapanischen Rebellen, neben traditionellen Muslimen und anderen eher nach Westen hin orientierten Indonesiern auch die Hüter altjavanischer Traditionen und Mythen ihre Rolle spielen. Annäherung und Entfremdung zwischen europäischer, japanischer und javanischer Kultur sind das Thema. Ein Ringen um Menschenrechte, Demokratie und Freiheit. Ein Buch, wie es in seiner Grundaussage in der heutigen Zeit kaum moderner sein könnte.

Sutan Takdir Alisjahbana: Verlieren und gewinnen. Deutsch von Heinrich Seemann
Bibliothek der Entdeckungen, Bd. 12
. MItteldeutscher Verlag, Dezember 2017

Das Buch auf der Webseite des Verlages.


Yusi Avianto Pareanom: Grave Sin #14 And Other Stories

Die Figuren in den Geschichten dieses Buches sind untrennbar verbunden mit ihrer Umwelt und den sie prägenden kulturellen Normen der urbanen Mittelschicht. Das Buch erschien 2015 in deutsch, englisch und indonesisch.

Yusi Avianto Pareanom: Grave Sin #14 And Other Stories. English translations by Pamela Allen
German translations by Jan Budweg, Nele Quincke,
Susanne Ongkowidjaja. Jakarta, 2015