Archiv des Autors: Indonesien Lesen - Indonesische Autoren im Blickpunkt

Über Indonesien Lesen - Indonesische Autoren im Blickpunkt

Indonesische Autoren, ihre Übersetzer und deren Werke stehen im Mittelpunkt dieses Blogs.

Jajanan Kaki Lima Favoritku! Einladung zum Online Food Slam

Anlässlich des World Food Day veranstalten wir am 16. Oktober einen Online Food Slam für deutschsprachige Indonesisch-Lerner. Neun Finalisten stellen uns in drei Minuten ihr indonesisches Lieblings-Street Food vor und erzählen, warum sie es so lieben. Sie werden versuchen, die Zuschauer des Slams davon zu überzeugen, dass das der Snack oder das Getränk, das sie vorstellen,  das Beste ist, das indonesische Straßenverkäufer zu bieten haben –  und alles natürlich in indonesischer Sprache!

Neben einer Jury sind auch die Zuschauer eingeladen, ihre Stimmen für die Slammer abzugeben. Dabei können nicht nur die Teilnehmer des Wettbewerbes etwas gewinnen. Für die deutschen Zuschauer gibt es einen Indonesisch-Sprachkurs bei indonesian-online.com zu gewinnen, für die indonesischen einen Deutschkurs bei gip – Germany Indonesia Professionals!

Wer Indonesien bereist hat, kennt sie gut, die Verkäufer von Gegrilltem, Gesottenem und Gebackenem, von Snacks, Salaten und Süßspeisen, Haupt- und Zwischenmahlzeiten, von lokalen Snacks und Getränken, verzehrbereit, günstig und frisch zubereitet. Mit ihren Lasten-Fahrrädern oder überdachten Wagen fahren sie in den Wohngebieten ihre Stammkundschaft ab, oder sie verkaufen ihre selbst gemachten Leckereien in den Garküchen um die Ecke, in Garagen und auf offenen Plätzen.

In Indonesien wie in vielen anderen asiatischen Ländern stellt es eine attraktive und bezahlbare Alternative zu hausgemachten Mahlzeiten dar. Millionen von Menschen, hauptsächlich der unteren und mittleren Einkommensklassen, genießen Street Food in Indonesien tagtäglich – frühmorgens für einen Kaffee oder eine schnelle Suppe vor der Arbeit, zur Mittagspause mit Kollegen an der nächst gelegenen Kreuzung beim Straßenhändler des Vertrauens, oder am Wochenende nach dem Shoppen mit Freunden im Food Court.  

Street Food ist das Gegenteil von Fast Food, das überall auf der Welt gleich schmeckt. Der Street Food-Sektor trägt daher in Indonesien nicht nur zum Erhalt der lokalen kulinarischen Vielfalt bei, sondern er fördert auch die Bildung von Kleinunternehmen und damit die Beschäftigung hunderttausender Menschen, insbesondere von Frauen.

Der World Food Day der Vereinten Nationen wird jedes Jahr am 16. Oktober gefeiert und soll an den Tag der Gründung der Food and Agricultural Organization (FAO) im Jahr 1945 erinnern. An diesem Tag denken wir daran, dass die nachhaltige, gesunde Produktion von Lebensmitteln auf lokaler Basis helfen kann, unsere Ernährung zu verbessern, soziale Ungerechtigkeiten zu verringern und den Klimaschutz voranzutreiben – hohe Qualität und Sicherheit der Lebensmittel vorausgesetzt.

Anmeldung zum Slam:

https://ogy.de/Food-Slam-Acara

Für Rückfragen:

kulturhaus@indonesian-embassy.de

Link zur Veranstaltung auf Facebook:

https://fb.me/e/18ggRTjF5

Der Lesetipp im September 2021 (IV)

Linda Christanty konfrontiert die Charaktere ihrer Kurzgeschichten mit deren inneren Dämonen. Nicht immer gewinnen die Protagonisten den Kampf. In ihren Geschichten erforscht Linda Christanty die dunkle Seite des Lebens.

Die vielfach preisgekrönte Autorin und Journalistin Linda Christanty stammt von der Insel Bangka östlich von Sumatra. 2015 erschien in deutscher Übersetzung ihr Buch Schreib ja nicht, dass wir Terroristen sind!  Während der Jahre des Suharto-Regimes und auch danach war sie als politische Aktivistin tätig, widmete sich aber mehr und mehr ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Neben Belletristik erschienen von Linda Christanty auch Essays und Reportagen.

Linda Christanty (Author), Monika Arnez (Translator), Debra Yatim (Translator): The Final Party & Other Stories: A trilingual edition in English, German and Indonesian (BTW Book 15), Jakarta, 2015.

E-Book für Kindle auf amazon.de (amazon.de)

E-Book auf kobo.com

Indonesisch Lernen mit „indonesian-online.com“

Heute möchten wir alle Indonesisch-Lerner auf die Online-Plattform von Prof. Dr. Ulrich Kozok, indonesian-online.com, hinweisen. Prof. Kozok unterrichtet seit 2001 Indonesische Sprache und Philologie an der Universität Hawaii. Man kann auf Indonesian-Online nicht nur Online-Sprachkurse für alle Level buchen, sondern auch Informationen über die Indonesische Sprache, deren historische Entwicklung, ihre Einordnung und ihren Gebrauch erhalten.

Der Lesetipp im September 2021 (II)

Dieses Theaterstück spielt in einem kleinen Hotel in Yogyakarta und erzählt von den vereitelten Bestrebungen und alltäglichen Realitäten des Erwachsenenlebens. Es ist auch ein Kommentar über die fließenden Grenzen der Sexualität, in dem eine weibliche und zwei männliche Charaktere versuchen, die Bedeutung ihrer Beziehungen zueinander herauszufinden.

Suryatmoko (Autor), John McGlynn (Übersetzer), Jan Budweg (Übersetzer): Dreisamkeit – Ein Akt zu Dritt: Dreisprachige Ausgabe in Englisch, Deutsch und Indonesisch (BTW Book 14) Jakarta, 2015.

siehe auch:

Der Lesetipp im September 2021 (III)

Diese fein konstruierten postmodernen Geschichten demonstrieren die Fähigkeit des Autors, zu täuschen. Selbst in Geschichten, die realistische Portraits zeichnen, muss sich der Leser fragen, ob die beschriebene Realität tatsächlich real sein kann. Dies sind Geschichten, die sich sowohl auf die realistische Literatur (mit ihrer Betonung der sozialen Qualitäten der Menschheit) als auch auf die absurde Literatur (die die Isolation der Menschheit betont) lächerlich machen.

A.S. Laksana stammt aus der zentraljavanischen Stadt Semarang ist ein graduierter Kommunikationswissenschaftler. Er unterrichtet Kreatives Schreiben und schreibt eine wöchentliche Kolumne „Ruang Putih“, Weißer Raum, in der Tageszeitung Jawa Pos.

A.S. Laksana, Andy Fuller (Übersetzer), Jan Budweg (Übersetzer): How to Find True Love & Other Stories: A Trilingual Edition in English, German and Indonesian (BTW Book 1), Jakarta 2015.

E-Book für Kindle auf amazon.de (amazon.de)

E-Book auf weltbild.de

Der Lesetipp im September 2021 (I)

Yusi Avianto Pareanom’s fiktionale Charaktere sind untrennbar mit ihrer Umgebung und ihren kulturellen Normen verwoben. Mit ihrem Fokus auf der urbanen Landschaft, den Lebensentwürfen der Mittelklasse und den Anklängen an die Popkultur sprechen die Geschichten in dieser Auswahl Leserinnen und Leser an, die sich sowohl zur seriösen als auch zur populären Literatur hingezogen fühlen.

Yusi Avianto Pareanom (Autor), Pamela Allen (Übersetzer), Jan Budweg (Übersetzer): Grave Sin #14 & Other Stories. A trilingual edition in English, German and Indonesian (BTW Book 23) Jakarta, 2015.

siehe auch:

Veranstaltungshinweis:

By The Way, Have You Heard About This Author?

A Conversation with Jan Budweg, John H. McGlynn, and Yusi Avianto Pareanom (14th Literature Talk TemuSastra)

Datum/Uhrzeit: 16. September 2021, 15 Uhr CEST // 20:00 Uhr WIB
Ort: Online auf Zoom // Registrierung: https://ogy.de/TemuSastra-14

2015, im Jahr des Ehrengastauftritts Indonesiens auf der Frankfurter Buchmesse, hatte der amerikanische Verleger John McGlynn die Idee, eine mehrsprachige Taschenbuchserie mit literarischen Texten ausgewählter indonesischer Autorinnen und Autoren herauszubringen. Die Serie sollte internationale Verlage, Leserinnen und Leser auf der Messe neugierig machen auf die Vielfalt der indonesischen Literatur. Das Projekt „BTW“ war geboren, wobei BTW die Abkürzung ist für „By The Way“, wie in „By The Way, have you heard about this author?“ Kurzgeschichten, Theaterstücke, Gedichte und Romanauszüge von 25 vorwiegend jungen indonesischen Autorinnen und Autoren wie Clara Ng, AS Laksana, Yusi Avianto Pareanom, Linda Christanty und anderen wurden im handlichen Taschenbuchformat auf jeweils mehr oder weniger 150 Seiten in drei Sprachen – Indonesisch, Englisch und Deutsch – publiziert. Nach dem großen Erfolg der ersten Serie wurde 2019 eine zweite, indonesisch-englische Edition mit Texten weiterer 15 indonesischer Autorinnen und Autoren herausgegeben.

Wie wählt man Schriftstellerinnen und Schriftsteller für ein solches Projekt aus? Wie finanziert man eine derart umfangreiche Edition? Wie findet man geeignete Übersetzerinnen und Übersetzer und wie gestaltet man die Buchcover? Die Gäste unserer Literaturveranstaltung TemuSastra – John McGlynn, Ideengeber und verantwortlich für die Produktion von BTW, Yusi Avianto Pareanom, Managing Editor für die Indonesischen Texte und einer der in BTW vorgestellten Autoren, sowie Jan Budweg, Managing Editor für die deutschen Übersetzungen, werden sich diesen Fragen im Gespräch widmen, von der Geburt der BTW-Serie erzählen und von der Kunst, mit wenig Zeit und vielen unterwarteten Hürden ein hochwertiges literarisches Buchprojekt auf die Beine zu stellen.

John H. McGlynn ist einer der Gründer der indonesischen Lontar-Stiftung, die 1987 ins Leben gerufen wurde, um indonesische Literatur durch Übersetzungen international zugänglich zu machen. Über 250 Bücher über indonesische Literatur und Kultur mit Texten von mehr als 650 Autorinnen und Autoren hat McGlynn seither herausgegeben. Er initiierte außerdem das Filmdokumentationsprogramm On the Record, mit dem bisher 60 Dokumentarfilme über indonesische Schriftstellerinnen und Schriftsteller und mehr als 30 Filme über Aufführungstraditionen in Indonesien produziert werden konnten. John McGlynn ist darüber hinaus ein geschätzter Übersetzer von dutzenden Publikationen und indonesischer Länderredakteur für Manoa, dem literarischen Journal der Universität Hawaii sowie mitwirkender Redakteur für Words without Borders. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied der Asia Pacific Writers and Translators Association.

Yusi Avianto Pareanom hat als Publizist für die politischen Magazine Forum Keadilan und Tempo gearbeitet. Er gründete 2005 das Verlagshaus Banana Publishers und sieben Jahre später die Filmproduktionsfirma Salindia Pictures. Als Autor ist Yusi Avianto Empfänger der höchsten literarischen Auszeichnung in Indonesien, des Kusala Sastra Khatulistiwa Award. Neben seiner Tätigkeit als Autor übersetzt er englische Literatur ins Indonesische. In der BTW-Serie ist Yusi Avianto Pareanom als Autor mit dem Buch Grave Sin #14, einer Auswahl seiner Kurzgeschichten, vertreten.

Jan Budweg studierte Austronesische Kulturen und Sprachen in Hamburg sowie Indonesisch an der Gadjah Mada-Universität in Yogyakarta. Er absolvierte seinen Master in Higher Education an der Universität Hamburg. Nach der Frankfurter Buchmesse 2015 spezialisierte er sich auf die Übersetzung kürzerer Texte aus dem Indonesischen, eine Tätigkeit, die er auch im Rahmen der BTW-Serie übernahm. Seit 2019 unterrichtet Jan Budweg als DAAD Lektor deutsche Sprache und Literatur mit einem Schwerpunkt auf Übersetzungstraining an der Universitas Negeri in Yogyakarta.

Datum/Uhrzeit: 16. September 2021, 15 Uhr CEST // 20:00 Uhr WIB
Ort: Online auf Zoom // Registrierung: https://ogy.de/TemuSastra-14


Eka Kurniawan: Auszug aus dem Roman „Tigermann“

Zwei

Der Tiger war weiß wie ein Schwan und zugleich scharf und mitleidslos wie ein Rothund. Mameh hatte ihn einmal für einen kurzen Augenblick gesehen, wie er, einem Schatten gleich, Margios Körper verließ. Davor und auch danach hatte sie ihn nie wieder zu Gesicht bekommen. Aber es gab ein Anzeichen, das sie wissen ließ, dass der Tiger noch in ihm war. Mameh kannte es gut, aber sie wusste nicht, ob andere Leute es auch sahen. Erkennbar war es nur in der Dunkelheit, wenn Margios Augen plötzlich katzengelb aufblitzten. Anfänglich hatte Mameh vor diesen Augen Angst, und noch mehr fürchtete sie, dass der Tiger nach draußen springen würde, aber mit der Zeit legte sich diese Furcht, und weil sie zu oft schon dieses in der Dunkelheit aufleuchtende Augenpaar gesehen hatte, war ihr nicht mehr bang. Er war kein Feind, der sie verletzen würde, im Gegenteil, der Tiger war wahrscheinlich da, um sie zu beschützen.

Margio selbst war ihm zum ersten Mal an einem Morgen begegnet; das war vor einigen Wochen gewesen, noch bevor er von zuhause fortgegangen war. Er hatte als einziger im Gebetshaus übernachtet, und als er am Morgen aufgewacht war, hatte kein Tablett mit dampfend heißem Kaffee neben ihm gestanden oder gar ein Teller mit Frühstücksreis – nein, vielmehr hatte neben ihm ein weißer Tiger gelegen, der sich die Pranken leckte. Margio war aufgewacht, weil dessen Schwanz vergnügt hin und her wippte und dabei seine nackten Füße traf, ganz so, wie wenn ihm Ma Soma mit der Hand leicht auf die Füße klopfte, um ihn für das Frühgebet zu wecken. Aber draußen war es schon hell gewesen, und der Regen hatte der Welt ein tiefgraues Gesicht gegeben – offenbar hatte es in der Nacht so stark gegossen, dass kein Mensch in der Morgendämmerung das Gebetshaus aufgesucht hatte. Natürlich hatte Margio sich ziemlich erschreckt, der Anblick hatte ihn so überwältigt, dass er nur still innehalten und voll Verwunderung auf dieses mit sich selbst beschäftigte mächtige Tier starren konnte.

Er wusste, dass das Tier nicht wirklich lebte. Während der zwanzig Jahre, die er jetzt schon auf Erden war, hatte er schon so häufig den Urwald am Rande der Stadt durchquert, aber noch nie war ihm solch ein Tier begegnet. Da gab es kleine Baumleoparden, Wildschweine und Rothunde, aber nie einen weißen Tiger fast so groß wie ein Rind. Er erinnerte ihn an seinen Großvater vor vielen Jahren. Ihm traten Tränen in die Augen, und er streckte ganz langsam seine Hand aus, um die vordere Pranke des Tigers kurz zu berühren. Sie lag tatsächlich als ein greifbares Ding da, mit einem Fell so weich wie ein Staubbesen, die Krallen eingezogen wohl als Freundschaftsangebot. Nun hatte er die zweite Pranke leicht angehoben, und Margio streckte erneut seine Hand aus, worauf der Tiger seine Pfote hin und her bewegte, wie ein junges Kätzchen, das spielen will. Margio versuchte geschickt zuzugreifen, aber der Tiger rollte sich auf den Rücken und wich aus, stellte sich unerwartet auf die Hinterbeine zum Angriff bereit, und bevor Margio sich in Sicherheit bringen konnte, stürzte er sich auf ihn, warf ihn zu Boden und rollte sich dort mit ihm, ließ dann aber von ihm ab, da Margio dem Gewicht nicht gewachsen war. Margio blieb liegen, der Tiger setzte sich neben ihn und putzte wieder seine Pranken. Da klopfte Margio ihm zart auf die Schulter und sagte:

„Großvater?“

Aus dem Indonesischen von Martina Heinschke aus: Eka Kurniawan: Tigermann. OSTASIEN Verlag (Reihe Phönixfelder 30), Gossenberg, 2015, (ISBN: 978–3-940527-92-9)

© OSTASIEN Verlag

Eka Kurniawan

Der 1975 in West-Java geborene Eka Kurniawan absolvierte sein Studium 1999 in Yogyakarta mit einer Arbeit über den für die indonesische Literatur des 20. Jahrhunderts wegweisenden Schriftsteller Pramoedya Ananta Toer. Nachdem er im Jahr 2000 seine erste Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, folgte zwei Jahre später sein erster Roman Cantik itu Luka („Schönheit ist eine Wunde“), der ihn sogleich zu internationaler Berühmtheit verhalf. 2004 folgte sein ebenfalls international beachteter zweiter Roman, Lelaki Harimau („Tigermann“). 2014 und 2016 erschienen, nach 10-jähriger Pause, zwei weitere Romane. Fünf Sammlungen von Kurzgeschichten hat er bisher veröffentlicht, eine sechste wird unter dem Titel Sumur („Brunnen“) erscheint in diesen Tagen.

Kritiker loben Eka Kurniawan als einen der „ideenreichsten und sprachgewandtesten zeitgenössischen Erzähler Indonesiens“ (mein-literaturkeis.de), dessen „psychologische Wahrnehmungs- und sprachliche Ausdruckskraft ganz außergewöhnlich sind“ (Katharina Borchardt in der NZZ). Für sein Werk wurde er mehrfach hochrangig und international ausgezeichnet. 2015 nahm die New York Times die englische Übersetzung von Cantik itu Luka („Beauty is a Wound“) in die Liste der 100 besten Bücher des Jahres auf. Im selben Jahr wurde er von der US-amerikanischen Zeitschrift Foreign Policy zu einem von 100 Global Thinkers des Jahres gewählt. 2016 gewann Eka Kurniawan nicht nur den Emerging Voices Fiction Award der Financial Times/Oppenheimer Stiftung. Für Cantik itu Luka verlieh ihm die in Hong Kong und Australien beheimatete Asia Pacific Writers and Translators Association im gleichen Jahr den World Readers Award und er wurde als erster indonesischer Autor überhaupt mit Lelaki Harimau für den Booker-Preis vorgeschlagen. 2018 schließlich erhielt er den Prinz Claus Preis der gleichnamigen niederländischen Stiftung für Kultur und Entwicklung, welche Personen auszeichnet, die sich in besonderer Weise um die zeitgenössische Kultur verdient machen.

www.ekakurniawan.com


Eka Kurniawan: Schönheit ist eine Wunde

Einundzwanzig Jahre nach ihrem Tod erhebt sich Dewi Ayu aus ihrem Grab. Die einstmals beliebteste Prostituierte Halimundas findet, es sei an der Zeit, ihre jüngste Tochter kennenzulernen…

Eka Kurniawan: Tigermann

Ein dörfliches Wohngebiet am Rand einer Kleinstadt an Javas Südküste: Jeder kennt jeden, Alteingesessene leben neben neu Zugezogenen, die einen recht gutgestellt, die anderen mühsam um Arbeit und ein Auskommen kämpfend…

Eka Kurniawan: Schönheit ist eine Wunde

Einundzwanzig Jahre nach ihrem Tod erhebt sich Dewi Ayu aus ihrem Grab. Die einstmals beliebteste Prostituierte Halimundas findet, es sei an der Zeit, ihre jüngste Tochter kennenzulernen. Wieder in der Welt der Lebenden, muss sie feststellen, dass ihre Töchter grausame Schicksale erdulden müssen. Alle, bis auf die jüngste – denn die ist mit unsagbarer Hässlichkeit gesegnet.

Dewi Ayu begibt sich auf die Suche nach der Ursache für den Fluch, der auf ihrer Familie lastet. Eine Suche, die im Zweiten Weltkrieg beginnt, über einen despotischen Herrscher führt und dem Aufstreben einer jungen Nation beiwohnt. Zwischen fliegenden Frauen, rachsüchtigen Geistern und besessenen Totengräbern spinnt sich ein Netz der Wahrheit, das die Geschichte einer Familie und eines ganzen Landes einfängt.

Eka Kurniawan: Schönheit ist eine Wunde. Roman Aus dem Indonesischen von Sabine Müller. Unionsverlag, Zürich 2017

Hardcover (ISBN-13: 978-3-293-00521-1ISBN-10: 3-293-00521-7)