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Rio Johan: Aksara Amananunna

Die 12 Kurzgeschichten dieser Sammlung erzählen von 12 Menschen aus der Zeit der Sumerer bis in das Jahr 8475. Sie alle versuchen, sich etwas Größerem als sich selbst zu stellen. 2014 wurde das Buch vom Magazin Tempo als Prosabuch des Jahres ausgezeichnet.

Rio Johan: Aksara Amananunna. April 2014, Kepustakaan Populer Gramedia (Taschenbuch)


Rio Johan: Amananunnas Schrift

Kurzgeschichte von Rio Johan im Original und in der Übersetzung von Gudrun Ingratubun.

Monate waren vergangen, seitdem Gott die Sprachverwirrung geschickt hatte und Amananunna hatte seine Sprache noch nicht gefunden. Es war als laste ein Fluch auf seiner Schicksalslinie…

Lala Bohang: The Book of Imaginary Beliefs

Wie schon seine beiden Vorgänger „The Book of Invisible Questions“ und The Book of Forbidden Feelings“ ist auch dieser dritte Band der Trilogie „The Book of Siblings“ von Lala Bohang wundervoll mit ihren eigenen Grafiken und ganz in grün illustriert. Die Texte handeln von den Gefühlen der Autorin und geben einen tiefen und bewegenden Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Es sind Geschichten über das eigene Ich, das Leben, Einsamkeit, Trauer und Liebe.

Lala Bohang: The Book of Imaginary Beliefs. PT. Gramedia Pustaka Februar Utama, 2019.


Leseproben aus dem Buch zum Download:

Rio Johan: Amananunnas Schrift

Monate waren vergangen, seitdem Gott die Sprachverwirrung geschickt hatte und Amananunna hatte seine Sprache noch nicht gefunden. Es war, als laste ein Fluch auf seiner Schicksalslinie. Woche um Woche wanderte er um den Fuß des großen Zikkurat-Turms von König Nimrod, dem Auslöser von Gottes Zorn. Er strengte seine Ohren an, bemühte sich redlich, die Laute aus den Mündern der ihn umgebenen Menschen wahrzunehmen. Nicht die Bedeutung eines einzigen Lautes erschloss sich ihm. Eine Sprache war völlig anders als die des nächsten Vorübergehenden. Oft nahm er nur Strukturen wahr, die er weder begreifen noch nachsprechen konnte. Alles klang nur wie unkoordinierter Lärm, der eher störend wirkte, verstörend, da es für Amananunna keinen Sinn ergab. Voller Ärger versetzte er dem Fuß des Zikkurat-Turms, Symbol für die Hybris König Nimrods, einen Tritt. Drei Wochen blieb er im Lande Babylon, doch nicht eine Sprache der Menschen hier klang seinem Ohr vertraut. Er wunderte sich jedoch, dass die Leute in seiner Umgebung ihre Sprachen weiterhin eifrig benutzten, obwohl niemand sicher sein konnte, ob der Nachbar die eigene Sprache verstand. Er fragte sich, wie es sein könne, dass er offensichtlich der einzige Mensch war, dessen Ohr und Mund sich nicht in Harmonie mit auch nur einem einzigen anderen Menschen dieser Gegend befand. Einmal wollte er sein Sprachvermögen testen, versuchte am Rande des Marktes die Worte eines eloquenten Marktleiters nachzusprechen. Das Ergebnis war ernüchternd. Der Marktleiter verstand nicht, was er sagte. Dessen Antwort wiederum ergab für Amannunna keinen Sinn. Schließlich beschloss Amananunna auf Wanderschaft zu gehen, in der Hoffnung eine Sprache zu finden, die mit seinem Mund und seinem Ohr im Einklang war. Er durchquerte Wüstengebiete und bezwang eine Reihe von Bergen. Das Land der Lullubi. Die Stadt Hamazi. Uri-ki. Susin. Schubur. Er erreichte das Land der Mar-tu. Dilmun. Er gelangte sogar zu den namenlosen Stämmen im Land Anshan. Hunger und Erschöpfung musste er durchstehen. Manchmal, wenn ihm das Schicksal wohlgesonnen war, bekam er ein Stück Wild oder süßes Gebäck von freundlichen Nomaden, auf die er traf – mit ihnen kommunizierte er unter Zuhilfenahme seiner Körpersprache, nicht etwa seines Mundes. Denn die Forderungen seines Magens duldeten keinen Aufschub mehr: Einmal hatte er in seiner Not schon Gras vom Wegesrand gegessen, ein Wüstenreptil, sogar Kadaver, die noch einen essbaren Eindruck machten. All dies nahm Amananunna auf sich in der Hoffnung, seine Sprache wiederzufinden. Doch nicht eine der Sprachen, auf die er traf, harmonisierte mit seinem Ohr. Sein Ohr fühlte sich verflucht, weil es nicht mehr die Macht besaß Worte wahrzunehmen. Er war doch nicht taub. Einige Leute hatten ihn auch schon für taub gehalten. Seine Ohren konnten zwar Laute wahrnehmen, aber keine Wörter. Andere bezeichneten ihn als einen Idioten. Ein weiteres Mal war er von einem Stamm, der am Fuße eines Berges wohnte, vertrieben worden, weil sie glaubten, er bringe Unglück. Trotz alledem setzte er seine Wanderschaft fort. Er ging immer weiter auf der Suche nach seiner Sprache. Das Land Schinar hatte er bereits hinter sich gelassen. Als er wenig später die Gelegenheit erhielt, auf einem Fischerboot mitgenommen zu werden, war seine Fähigkeit, sich mit Gebärden auszudrücken, durch die Erfahrung schon gut geschult – und die großen, zwischen den Booten ausgebreiteten Netze spendeten dem Wasser Schatten. Er erreichte die Städte Eridu. Uruk. Ur. Samarra. Den Fluss Tigris. Und schließlich die Länder am Mittelmeer. Er wusste nicht, wie lange er schon unterwegs war. Er wusste nicht, bis wohin er inzwischen vorgedrungen war, fühlte sich ausgelaugt. Da setzte er sich auf einen Stein in einer Gegend, von der er keine Vorstellung hatte. Eine steile Schlucht tat sich vor ihm auf. Ärgerlicherweise öffnete sich die Schlucht zur falschen Seite, so dass sie seinem Körper keinen Schutz vor der stechenden Hitze des Tages gab. Der Schweiß brach aus ihm heraus, strömte von seiner Stirn herab; einige Tropfen, die auf seinen Lippen Halt machten, schluckte er absichtlich hinunter, andere ließ er auf die heiße trockene Erde tropfen. Irgendwie spürte er das Geräusch der den Boden berührenden Schweißtropfen. Es klang wie eine Art Gähnen in seinem Ohr. Plötzlich entwich seinem Gehörgang heiße Luft  – und flüsterte! Sprache! In der nächsten Sekunde gelangte er wieder zu Bewusstsein. Sein Körper lag ausgestreckt auf dem unfruchtbaren Land. Die stechenden Sonnenstrahlen trafen noch immer auf seine schon glühenden Wangen. Die Sandkörner drangen in die Poren seines Gesichtes ein. Zum ersten Mal fühlte er eine Art von Erleuchtung. Amananunna fasste einen Entschluss: er würde eine eigene Sprache schaffen.

Mit diesem neuen Ziel setze er seine Wanderschaft fort. Er erfand eigene Wörter, inspiriert von dem, was er sah und hörte. Nicht selten schuf er ganz plötzlich ein neues Wort. Ein andermal nahm er ein Wort, das er irgendwo aufgeschnappt, aber nicht verstanden hatte, experimentierte ein bisschen mit dem Klang und machte es in abgewandelter Form zu einem Wort seiner eigenen Sprache. Er wanderte von Stadt zu Stadt, von Volk zu Volk, von Land zu Land, nicht nur um seine Sprache weiterzuentwickeln, sondern auch um seinen mündlichen Wortschatz zu verbreiten. Denn was für einen Sinn hätte eine Sprache, wenn er der Einzige wäre, der sie spräche. Doch wie hätte Amananunna dies bewerkstelligen sollen? Er war doch nur ein armer, unglücklicher Wanderer inmitten eines Dschungels fremder Sprachen, die schon ihre Berechtigung erlangt hatten. Die Leute, denen er seine Sprache anzubieten versuchte, hielten ihn entweder für verrückt oder dumm. Niemand schenkte ihm Beachtung, nahm ihn ernst. Wie konnte er seine Sprache in diesem Wald von ihm unverständlichen Sprachen verbreiten? Im fehlte die göttliche Macht dazu. Amananunna versank in tiefes Nachdenken. Amananunna begann am Rande eines Flusses in der Nähe einer Stammessiedlung darüber zu meditieren. Er betrachtete die Strömung des Flusses und die Sonnenstrahlen, die in die Wellen des Flusses eintauchten. Die Reflexion seines Gesichtes wippte auf und ab. Nur sein Schatten blieb unverändert. Neben dem Schatten eines anderen Menschen. Ein anderer Mensch! Neben ihm stand eine Frau! Wirklich, noch nie hatte er einen solchen Liebreiz gesehen! Die attraktive Gestalt war in schneeweißen Stoff gehüllt; ihr welliges Haar reichte ihr bis zur Hüfte. Sie lächelte für einen Moment und ihre Augen begegneten sich. Die Frau war zum Fluss gekommen, um ihren Durst zu löschen. Wahrscheinlich war sie auch auf Wanderschaft. Mit einem Zweig ritzte Amananunna ein neues Schriftzeichen in die feuchte Erde: ↭. So entdeckte er das Wort für „Liebe”. Sie reagierte mit einem Lächeln und strahlte schließlich selbstvergessen über das ganze Gesicht. Kurz gesagt, Amananunna wurde seine Gefährtin auf der Wanderschaft. Und dieser Frau, deren Namen er nicht kannte, hatte er – entsprechend der von ihm geschaffenen Schrift und Sprache – den Namen Manatumanna gegeben und sie erwiderte seine Liebe. Er lehrte sie seine Schrift und Sprache. Aus Liebe verzichtete sie ohne Bedauern auf ihre bisherige Schrift und Sprache. Amananunna war überzeugt davon, dass sie ein göttliches Wunder war, eine Brücke für das Fortbestehen seiner Sprache. Während einer Rast auf ihrer Wanderschaft liebten die beiden sich im segensreichen Schutz von Inanna – der Göttin der romantischen Liebe und der Fruchtbarkeit. Nach der ein oder anderen Ruhepause barg Manatumanna etwas in sich, was ihr Nachwuchs werden würde. Amananunnas Freude darüber war übergroß. Er hatte den Fortführer seiner Sprache schon vor Augen. Wegen dieser Aussichten ließen die beiden sich im Dorf eines Stammes nieder, dessen Namen sie nicht auszusprechen vermochten. Viele Wochen später war die Zeit der Geburt gekommen. Sie gaben ihrem Sohn den Namen Ilanumanna, entsprechend der Schrift und Sprache Amananunna. Einige Wochen später setzten sie ihre Wanderung mit dem neuen Familienmitglied fort. Von Stadt zu Stadt, von Volk zu Volk, von Land zu Land. Ab und zu boten sie den Leuten, denen sie begegneten, ihre Sprache an, aber ohne Erfolg. Sie wussten nicht, wie lange sie schon umherzogen, wie viele Ruhepausen sie schon eingelegt hatten, wie viele Nächte sie den segensreichen Schutz von Inanna schon genossen hatten. Die beiden kümmerte es nicht, wenn sie hungrig oder erschöpft waren. Unterdessen wuchs Ilanumanna heran, wurde größer, stattlicher und schöner. Mit seinem Talent zur Jagd und mit seinem Körperbau übertraf er Amanannunna bei weitem. Auf Wunsch seines Vaters brachten die Eltern dem Jungen die Schrift und die Sprache Amananunnas bei und keine andere.

Nach einer unbestimmten Zeit beschenkte die Göttin Inanna sie mit einem zweiten Segen. Amananunnas zweiter Sohn kam zur Welt und erhielt den Namen Ilalumanna. Amananunna hegte für seinen zweiten Sohn ebensolche Hoffnungen wie für den Erstgeborenen. Leider ging diese Hoffnung zu weit. Ilalumanna war ein schwacher und kränklicher Junge. Anstatt sich an der Jagd zu beteiligen, half er seiner Mutter bei leichten Arbeiten. Zwei Gründe, das Bemühen um Sicherheit und Wohlergehen und die Angst vor dem Einfluss anderer Sprachen, veranlassten Amananunna zu dem Entschluss, seine eigene Siedlung zu gründen. Als Ort wählte er die Ebene am Rande der Schlucht, wo er die geflüsterte Eingebung gespürt hatte, eine neue Sprache zu schaffen. Nach seiner Erinnerung gab es dort in der Nähe einen Fluss und eine Wiese, die ihnen als Lebensquelle dienen würde. Nun wohnten sie schon einige Jahre dort, jagten, bauten Gemüse an, züchteten Kühe und Schafe. Doch es gab noch einen Gedanken, der Amananunna Sorgen bereitete: Nachwuchs. Die Fortführung ihrer Familie war für den Fortbestand der Sprache unerlässlich. Doch Inanna bedachte sie mit keinem weiteren Kindersegen. Er hatte keine Tochter, die einer seiner Söhne theoretisch hätte heiraten können. Sein eigener Körper war schon in die Jahre gekommen. Er spürte, dass er bald etwas unternehmen musste. Da befahl er seinem ältesten Sohn, der von Tag zu Tag männlicher und attraktiver wurde, sich in der nächsten Stadt eine Frau zu suchen. Ilanumanna war einverstanden und beeilte sich, den Auftrag seines Vaters zu erfüllen. Pech für Ilalumanna, dass er jetzt zusätzlich die Pflichten seines älteren Bruders übernehmen musste. Wochen, Monate, ich weiß nicht wie viel Zeit schon vergangen war, doch Ilanumanna brachte keine Verlobte nach Hause. Da reiste Amananunna in die Stadt, die Ilanumannas Ziel gewesen war, und musste dort feststellen, dass sein Sohn Schrift und Sprache des Vaters schon nicht mehr verstand. Ilanumanna hatte aus Liebe zu seiner Frau Schrift und Sprache seines Vaters aufgegeben. Amananunna konnte seine Enkel zwar betrachten, aber sein Wissen nicht an sie weitergeben. Sein Ohr und seine Zunge hatten innerhalb seiner eigenen Nachfahren die Kraft verloren. Amananunna kehrte ohne jede Hoffnung nach Hause zurück. Wegen der übermäßigen Aufgaben in Haus und Hof wurde der jüngere Sohn von Tag zu Tag schwächer und kränker. Amananunna konnte in seinen Jüngsten keine Hoffnung mehr setzen. Doch er wollte keinesfalls hinnehmen, dass die von ihm geschaffene Sprache einfach so verloren ging. Amananunna unternahm eine letzte Anstrengung. Der alte Mann ritzte die Buchstaben seiner Sprache in die Wände der Schlucht, in die Felsen, in Höhlenwände. Wenigstens würde er so die Spuren seines Schriftwerkes der Nachwelt hinterlassen.

Surakarta, 19 November 2012

Übersetzt aus: Rio Johan: Aksara Amananunna. Paperback, 240 Seiten; April 2014, Kepustakaan Populer Gramedia

© Rio Johan, Gudrun Ingratubun

Rio Johan: Aksara Amananunna

Berbulan-bulan setelah Tuhan mengacaukan bahasa, Amananunna belum pula menemukan bahasanya. Pemuda yatim piatu itu bagai punya kutuk dalam garis kismatnya. Berminggu-minggu dihabiskannya mengelilingi kaki ziggurat Raja Nimrod yang jadi biang amuk Tuhan, menajamkan telinga dan bersusah-payah menangkap bebunyian yang datang dari mulut-mulut manusia sekitar. Tidak satupun bunyi yang dia mengerti. Lidah yang satu dengan yang lainnya bisa berbeda sama sekali. Seringnya yang dia tangkap cuma suara-suara asing yang coraknya tak bisa dia kenali apalagi rumuskan. Semuanya seperti bunyi kacau yang justru mengganggu ketimbang mampu dimengertinya. Kesal, dia menendang basis ziggurat yang jadi perlambangan hubrisitas Raja Nimrod itu.

Tiga minggu dia bertahan di Tanah Babel, tapi tak satupun lidah manusia-manusianya yang bisa bersahabat dengan telinganya. Dia justru heran bagaimana manusia-manusia sekelilingnya bisa tetap bercakap-cakap sebab bahasa yang satu belum tentu sama dengan lainnya. Dia bertanya-tanya, bagaimana bisa cuma dia seorang yang tak punya keserasian lidah dan telinga dengan satu manusia manapun di penjuru kota ini. Pernah dia mencoba menguji lidahnya, mencoba-coba melafalkan apa yang baru saja keluar dari mulut seorang tetua bermulut besar di satu sisi pasar. Hasilnya sama saja. Yang keluar dari lidahnya tak bisa dimengerti tetua itu. Yang dibalas tetua itu pun tak bisa ditangkap oleh telinganya.

Akhirnya Amananunna memutuskan berkelana dengan harapan menemukan bahasa yang bisa berserasi dengan telinga juga lidahnya. Gurun-gemurun diarunginya, jajaran jejabalan ditalukannya. Tanah Lullubi. Kota Hamazi. Uri-ki. Susin. Shubur. Sampai ke tanah orang-orang Mar-tu. Dilmun. Bahkan suku-suku tanpa nama yang tinggal di Tanah Anshan. Lapar dan lelah harus dia tahan. Kadang-kadang, kalau mujur nasibnya, dia mendapat buruan atau sekedar penganan dari orang-orang nomad baik hati yang ditemuinyasekalipun untuk berkomunikasi, dia mesti menggunakan isyarat badan, bukan lisan. Tersebab tuntutan perutnya sudah tak bisa ditunda-tunda, pernah juga dia terpaksa makan rerumputan, reptil gurun pasir, juga bangkai yang dirasanya masih layak makan. Semua itu dilakukan Amananunna demi pencarian bahasa.

Namun, tidak satupun lidah yang dia temui bisa berserasi dengan telinganya. Telinganya serasa terlaknat sehingga tidak lagi punya kuasa menangkap kata-kata. Dia tidak tuli. Beberapa orang yang dia temui mengira dia tuli. Telinganya mampu menangkap suara-suara, tapi tidak kata-kata. Beberapa orang lagi malah menuduhnya idiot. Dia pernah duisir olah salah satu suku tribal penghuni kaki sebuah jabal karena dianggap membawa kemalangan. Betapapun, dia terus melangkah. Dia terus berkelana mencari bahasa. Hingga melampaui Tanah Sinar. Menumpang sekoci pemukat—beruntunglah keterampilan isyarat badannya sudah dilatih pengalaman—menaungi Laut Merah. Eridu. Uruk. Uru. Samarra. Sungai Tigris. Sampai Tanah Mediterania. Entah sudah berapa masa dia berkelana. Entah sudah sampai mana akhirnya dia merasa lelah. Dia terduduk di sepucuk batu di wilayah yang sama sekali tidak dia mengerti. Ngarai terjal berdiri gagah di hadapannya. Sialnya ngarai itu berpacak di sisi yang salah sehingga tubuhnya tak terlindung dari sengatan siang. Bercucurlah keringatnya, mengalir dari puncak kepala; beberapa bulir yang singgah di mulut sengaja ditelannya, beberapa lagi dibiarkan menitik pada tanah yang kering-panas. Entah bagaimana dia merasa mendengar bunyi bebuliran peluhnya menyuntuh muka tanah. Semacam bebunyian menguap di telinganya. Tahu-tahu ada hawa panas mengembusi liang telinganya—berbisik! Bahasa.

Detik selanjutnya dia siuman. Tubuhnya telah terkapar di tengah hamparan tanah tandus. Sengatan siang masih juga menampar-nampar kulit pipinya yang sudah begitu menyala-nyala. Pepasiran mengembus pori-pori kulit mukanya. Itu juga kali pertama dia merasa begitu tercerahkan. Amananunna memutuskan: dia akan merumuskan bahasanya sendiri.

Dia melanjutkan pengelanaan dengan tujuan baru. Dia menciptakan kata-katanya sendiri berdasarkan apa saja yang bisa dia dengar dan dia lihat. Tak jarang pula dia menciptakannya sepatah kata secara tiba-tiba. Dan, pernah pula dia menyadur dan mengutak-atik ucapan-ucapan manusia-manusia yang pernah ditangkapnya—yang sebetulnya dia tidak mengerti makna aslinya—menjadi bahasanya sendiri. Dia berkelana dari kota ke kota, suku ke suku, tanah ke tanah, selain untuk merumuskan bahasanya sendiri, juga untuk menyebarluaskan khazanah lisannya pada manusia-manusia lain. Sebab, apalah artinya merumuskan bahasa bila hanya dia sendiri penggunanya.

Namun, apadaya Amananunna yang jelaslah bukan siapa-siapa selain pengelana malang di tengah rimbunan bahasa-bahasa asing yang sudah duluan merajalela. Orang-orang yang ditawarinya berbahasa menggunakan bahasanya selalu menganggapnya gila atau idiot. Tak ada yang memedulikannya; tak ada yang menyeriusinya. Bagaimana pula dia bisa menyebarluaskan bahasanya di tengah rimbunan bahasa-bahasa yang telinganya sendiri tidak bisa memahami? Dia tak punya kuasa ilahiah untuk itu.

Amananunna perlu berpikir keras.

Maka, berpikirlah Amananunna di tepian sungai di dekat pemukiman suku-suku tribal. Dipandangnya erat arus-arus juga sinaran siang yang sudah merasuk ke dalam gelombang larung sungai. Pantulannya terombang-ambing. Cuma bayangannya yang menetap di sana. Menetap di dekat bayang-bayang manusia lain. Manusia lain! Ada perempuan di sampingnya! Sungguh, belum pernah dia menyaksikan keindahan yang seperti itu! Wujud indah itu dililit kain-kain bening; rambut ikalnya panjang sepinggang. Setipis senyum timbul manakala mendapati mata Amananunna menancap pada matanya.

Perempuan itu cuma menumpang minum. Barangkali dia juga pengelana. Dengan seranting kayu Amananunna mengukir suatu aksara baru pada tanah basah: ↭. Ketika itulah dia menemukan kata yang maknanya kurang lebih “cinta.” Senyum perempuan itu jadi tumpah-ruah.

Singkat cerita, Amananunna mendapat teman berkelana. Perempuan yang tidak dia ketahui namanya dan kelak dia beri nama Manatumanna—sesuai dengan aksara dan lafal lisan ciptaannya—juga merasa cinta pada dirinya. Perempuan itu diberi pengetahuan aksara dan bahasa Amananunna. Perempuan itu rela menanggalkan aksara dan bahasanya sendiri demi cintanya. Perempuan itu pulalah yang diyakini Amananunna sebagai mukjizat ilahiah, jembatan bagi keberlanjutan bahasanya. Pada pemberhentian tertentu, keduanya bercinta di bawah naungan restu Inanna—dewi asmara dan kesuburan. Entah pada pemberhentian keberapa Manatumanna mengandung bakal keturunan. Amananunna girang sejadi-jadinya. Bakal penerus bahasanya sudah di depan mata. Tersebab kondisi itu pula keduanya memutuskan menetap di sebuah pedusunan suku tribal yang tak pernah bisa mereka eja namanya.

Puluhan minggu berlalu dan tibalah masa kelahiran. Putranya diberi nama Ilanumanna, sesuai dengan aksara dan bahasa Amananunna. Beberapa minggu selanjutnya mereka sudah melanjutkan pengelanaan dengan satu tambahan anggota. Kota ke kota, suku ke suku, tanah ke tanah. Sambil sesekali mencoba menawarkan bahasa ke manusia-manusia yang mereka temui, walaupun hasilnya percuma. Entah sudah berapa masa mereka berkelana. Entah sudah berapa perhentian dan berapa malam bernaungan restu Inanna. Mereka tidak peduli lapar ataupun lelah. Seiring itu, Ilanumanna tumbuh besar, gagah, dan rupawan. Kepiawaiannya berburu serta kebugaran jasmaninya jauh melampaui Amananunna. Juga, sesuai dengan kehendak ayahandanya, pemuda itu tumbuh dalam aksara dan bahasa Amananunna, bukan yang lain.

Entah pada masa keberapa pula Dewi Inanna menjatuhkan restu kedua. Putra kedua Amananunna lahir dan diberi nama Ilalumanna. Harapan Amananunna pada si bungsu sama besarnya dengan si sulung. Sayang harapan itu terlalu muluk. Ilalumanna tumbuh sebagai lelaki lemah dan pesakitan. Ketimbang turut serta dalam perburuan, Ilalumanna malah membantu tugas ringan ibundanya. Karena dua alasan, tuntutan kesejahteraan dan ketakutan akan pengaruh bahasa-bahasa lain, Amananunna memutuskan untuk membentuk koloni sendiri. Tanah yang dipilihnya: tanah ngarai tempat dia pertama kali mendapati bisikan ilham untuk mencipta bahasa. Seingatnya, ada sungai dan sabana yang bisa jadi sumber hidup mereka tak jauh ngarai itu.

Bertahun-tahun mereka menetap, berburu, bercocok-tanam, juga menggembala sapi dan domba, masih ada satu pikiran yang mengusik Amananunna: keturunan. Keberlanjutan keturunan diperlukannya untuk melanjutkan tradisi lisan, tapi Inanna tak lagi memberi restu pada mereka. Dia tak punya anak perempuan yang bisa dikawinkan dengan putra-putranya. Tubuhnya sendiri sudah mulai tua dan renta. Dia merasa perlu mengambil langkah segera. Maka, diperintahkannya putra sulungnya, yang semakin hari semakin gagah nan rupawan, mengawini perempuan dari kota terdekat. Ilanumanna patuh dan bersicepat menjalankan tugas ayahandanya. Sial bagi Ilalumanna, sebab si bungsu itu jadi dibebani tugas-tugas kakandanya.

Berminggu-minggu, berbulan-bulan, entah sudah berapa masa, Ilanumanna tak juga pulang membawa pinangan. Ketika Amananunna mendatangi kota tempat putranya berlabuh, si putra sulung tidak lagi memahami aksara dan bahasa ayahandanya. Ilanumanna sudah menanggalkan aksara dan bahasa ayahandanya demi cintanya pada satu perempuan. Amananunna cuma bisa menyaksikan cucu-cucunya tanpa bisa menurunkan pengetahuan lisannya. Telinga dan lidahnya kehilangan kuasa di tengah keturunannya sendiri.

Amananunna pulang dengan harapan yang sudah lebur. Tersebab kerja berlebihan yang bagai tak tertanggungkan, putra bungsunya semakin hari semakin lemah dan pesakitan. Amananunna tak bisa melihat harapan pada si bungsu. Betapapun, dia tidak ingin aksara dan bahasa ciptaannya lenyap begitu saja. Amananunna menempuh cara terakhir. Pria renta itu mengukir aksara-aksara bahasanya di ceruk-ceruk ngarai, pada bebatuan besar, juga di dinding gua. Setidaknya, dengan cara itu dia bisa meninggalkan jejak ciptaannya.

Surakarta, 19 November 2012

Sumber: Rio Johan: Aksara Amananunna. Jakarta, KPG (Kepustakaan Populer Gramedia), 2014

© Rio Johan

Triyanto Triwikromo: Das Wirrwarr der Verwandlung

Als Franz Kafka eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett in ein Rind verwandelt. Gewiss erschrak er, wälzte sich hin und her. Ihm wurde bewusst, dass er selbst – in der Gestalt eines Tierkörpers mit Buckel und Wamme – das Zimmer ausfüllte, was ihm kaum noch Raum für Bewegung ließ.

„Das ist bestimmt ein Traum. Es war doch Gregor Samsa gewesen, der sich in ein Ungeziefer, einen riesigen Mistkäfer verwandelt hatte. Nicht ich selbst. Und in ein Rind hätte ich mich bestimmt nicht verwandeln mögen“, murmelte Kafka, „Was wäre an einem Rind schon interessant?“

„Daran ist doch nichts Merkwürdiges“, sagte ein Tier mit aufgeblähtem Bauch, panzerartiger Rückenplatte und einer Vielzahl von Beinen, das ihm als der verwandelte Gregor Samsa vertraut war. Es krabbelte in Kafkas Ohr und flüsterte: „Ich habe mich in einen Mistkäfer verwandelt und niemand stört sich daran.“

„Doch merkwürdig: Wie würden die Leute wohl reagieren, wenn sie erführen, dass ein Mann jüdischer Herkunft, am 3.Juli 1883 in Prag geboren, von keinem Regime der Welt verfolgt, sich plötzlich in ein Buckelrind verwandelt hätte? Hat etwa die Bourgeoisie sich gegen mich verschworen und mein Denken derart beeinflusst, dass ich mich selbst als Rind sehe?“

„Oh“, sagte Gregor Samsa, seine Fühler flink hin und her bewegend, „denke nicht wie ein ängstlicher Dichter! Du hast Der Verschollene, Der Prozess, Das Schloss und Die Verwandlung geschrieben. Doch deine Werke bringen lediglich deine Angst zum Ausdruck. Angst, beiseite gedrängt zu werden. Angst, nicht genügend Raum zum Leben zu haben. Angst, zu sterben. Angst, als Dichter vergessen zu werden.“

Kafka fühlte sich verletzt, hörte Gregor Samsas Worten jedoch weiterhin zu.

„Denke wie ein Versicherungsangestellter! Nimm an, dass alle Menschen dumm sind, sich keine Gedanken machen, was Versicherungsagenten tun. Denn dann kannst du jeden überzeugen, obwohl du ein Rind geworden bist: Ich bin Kafka. Ein perfekter Schriftsteller. Bin nicht impotent und gebe immer das Beste für meine Leser.“

„Nichtsdestotrotz bin ich ein Rind, das Schwierigkeiten hat, aufrecht zu stehen“, erwiderte Kafka, „und du bist nur ein winziger Mistkäfer.“

Gregor Samsa schwieg. Er war nicht ansatzweise imstande, Kafka bei frostigen 2 Grad Celsius aus seinem Zimmer in der Heidestraße in Berlin-Zehlendorf herauszuziehen.

„Wäre ich doch nur ein riesiger Mistkäfer, dann könnte ich dich aus dem Zimmer zerren“, lamentierte Gregor Samsa. „Leider bin ich nur ein sehr kleines Tier. Dann brauche ich nur zu Gott zu beten, er möge dich in eine winzige Kuh verwandeln und mich in einen riesigen Mistkäfer.“

Kafka fühlte seinen widerwärtigen Buckel und versuchte erneut, aufzustehen, scheiterte aber. Er rief nach Dora, aber die Antwort seiner Geliebten stimmte ihn missmutig.

„Muhe doch nicht wie ein Rind, Liebling“, sagte Dora, „Schlaf wieder ein!“

Oh, sogar Dora hält mich für ein Rind, dachte Kafka. Wie beschämend, wenn sie dieses Tier mit Buckel, Wamme und dem Maul voller Speichel im Zimmer ihres Geliebten entdeckt. Ich muss sofort eine Strategie entwickeln, wie ich dieses Problem lösen kann. Und diesen Plan kann nur ein Rind ausführen. Weil allerdings nur Gregor Samsa meine Stimme hören kann, werde ich meine Bitte an diesen idiotischen reisenden Handelsvertreter richten.

„Gregor“, rief Kafka, „ich bin davon überzeugt, mich irgendwann in einen Menschen zurück zu verwandeln. Ist dies geschehen, bitte ich dich um Folgendes: Erstens, all meine handschriftlichen Werke zu retten. Zweitens, all meine bereits gedruckten und zu druckenden Werke einschließlich der Meditationen zu verbrennen. Es ist mein Wunsch, dass die Verehrer meiner Literatur durch das Lesen meiner Werke dümmer werden. Drittens  möchte ich dir mitteilen, dass Die Verwandlung wirklich ein Werk für den Müll ist. Lese sie niemals – am allerwenigsten, wenn du mit der Bahn fährst.“

Gregor, der noch in Kafkas Ohr saß, nickte. Er dachte, Kafka hätte sich eigentlich in eine Erbse verwandeln sollen oder in eine Erdnuss im Teigmantel. Wir könnten dann leicht auf die Straße rollen, wenn das von Kafka gemietete Haus in Flammen aufginge. Ich halte Erbsen und Erdnüsse bei weitem für mehr sexy als bucklige Tiere.

Zunehmend verwirrt durch diese Situation, die sich nicht sogleich wieder normalisierte, summte Gregor: „Deine Geschichte ist mir gleichgültig. Sollten wir nicht versuchen, den besten Weg zu finden, wieder Menschen zu werden?“

„Wieder Menschen zu werden?“, kicherte Kafka, „Glaubst du noch, dass die Menschen die edelsten Geschöpfe sind?“

„Gewiss“, entgegnete Gregor Samsa, der sich in seiner menschlichen Würde durch seine Tiergestalt erniedrigt fühlte.

„Du irrst dich, Gregor“, erklärte Kafka. „Vielleicht sind die Menschen sogar die verachtenswertesten Geschöpfe geworden und Gott hat uns deshalb in Tiere verwandelt.“

„Nun, wenn der Mensch schon als stinkendes Geschöpf betrachtet wird, warum verwandelst du dich nicht einfach in ein Nashorn und ich in einen Schmetterling?“

„Warum müssen es gerade ein Nashorn und ein Schmetterling sein?“

„Was stört dich denn an einem Nashorn und einem Schmetterling?“

„Glaubst du, dass ich, nachdem wir ein Nashorn und Schmetterling geworden sind, nach dem Aufwachen immer noch ein Nashorn sein werde und du ein Schmetterling? Oder glaubst du, dass wir morgen früh immer noch dasselbe Nashorn und derselbe Schmetterling sein werden? Ich denke, es ist sinnlos, jetzt zu diskutieren, was wir werden möchten? Adam hat auch nie gefragt, warum er Adam werden musste, warum der Wind der Wind wurde, der Nebel der Nebel und Jesus Jesus. Wir sollten uns lieber Gedanken machen, wie wir aus dieser misslichen Lage herauskommen.“

Franz Kafka und Gregeor Samsa verfielen in tiefes Nachdenken.

„Wie wäre es, wenn du deinem engen Freund Max Brod einen Brief schreibst, ob er uns aus dieser absurden Situation befreien kann?“

„Einen Brief schreiben? Rede kein dummes Zeug! In meinem Zustand kann ich unmöglich Briefe schreiben.“

Gregor Samsa war über Kafkas Antwort amüsiert. Er wunderte sich, warum er selbst noch sein menschliches Gehirn benutzte, obwohl er ein Mistkäfer geworden war. Aber er wollte nicht in ein verwirrendes Gedankenlabyrinth geraten. Deshalb ermunterte er Kafka, noch intensiver nachzudenken.

„Eigentlich ist es einfach, uns aus dieser absurden Situation zu befreien“, sagte Gregor. „Wir werden unsere Situation nicht als absurd empfinden, wenn wir alles, was uns passiert, für normal halten.“

„Wie meinst du das?“

„Du wirst meine Absicht verstehen, nachdem du einige Fragen beantwortet hast. Erstens, ist das Zimmer, in dem wir uns jetzt befinden, für dich der Himmel? Wenn ja, dann bedeutet es, dass wir uns daraus nicht befreien müssen. Wir akzeptieren unser Schicksal, ein Rind und ein Mistkäfer geworden zu sein. Zweitens, ist es dir wichtig, dass der Welt berichtet wird, dass Kafka noch lebt, von der Tuberkulose geheilt ist und lächerliche Geschichten über die Vertreibung der Juden schreibt? Wenn nicht, müssen wir niemanden darum bitten, ein Rind und einen Mistkäfer in Menschen zu verwandeln. Drittens, möchtest du noch immer der Welt erzählen, dass es Kafkas sehnlichster Wunsch ist, ein Kampfhund zu werden? Wenn nicht, lass uns einfach unser Leben in Ruhe in diesem Zimmer verbringen. Meditieren, bis wir alt werden. Bis niemand mehr unseren Zustand beachtet.“

Kafka bemühte sich, Gregor Samsas Fragen und Erkenntnisse zu interpretieren.

„Ich weiß keinerlei Antwort auf deine drei Fragen“, sagte Kafka. „Ich stelle mir gerade vor, wie unsere Körper allmählich auf die zehnfache Größe anwachsen, bis sie die Wände dieses Zimmers durchbrechen. Ich denke, das ist kein absurder Gedanke, denn ein Rind und ein Mistkäfer zu werden ist ja auch nicht absurd.“

„Durchbrechen?“, kicherte Gregor Samsa. „Durchbrechen ist das schönste Wort auf der Welt. Ja, wir werden die Zimmerwände auf mehrfache Weise durchbrechen.“

Kafka schwieg. Ihm war bewusst, dass er die Wand im Moment unmöglich durchbrechen konnte. Es war unvorstellbar schwer, sich mit diesem fetten Körper mit Buckel und Wamme überhaupt zu bewegen. Noch schwieriger sich hinzustellen. Fast unmöglich den Kopf zu bewegen, die Hörner gegen die Wand zu stoßen.

„Denkst du, dass ich dir nicht helfen kann? Denkst du etwa, dass eine Figur, die du geschaffen hast, nichts erreichen kann?“

Kafka nickte.

„Du hast wohl vergessen, dass ich ein reisender Handelsvertreter bin. Du hast vergessen, dass ein reisender Handelsvertreter einen Instinkt besitzt, zur rechten Zeit aufzustehen, sich eilig die Schuhe anzuziehen, wie ein verrückt gewordener Hund zu rennen, um den Zug noch zu erreichen und sich jederzeit durch die Zimmertür befreien kann.“

Kafka nickte, konnte aber immer noch nicht erraten, was Gregor Samsa vorhatte.

„Schließe die Augen, Kafka, und fühle, wie dunkel unsere Welt ist.“

Kafka schloss seine Augen. Er hatte seine Augen noch nicht lange geschlossen, da konnte er sich nicht mehr darauf konzentrieren, das Gefühl der Dunkelheit zu genießen, weil er einen stehenden Schmerz an seinem Ohr spürte.

„Gregor, Gregor“, rief Kafka. „Beiße mir nicht ins Ohr. Sofort raus aus meinem Ohr!“

Gregor Samsa kümmerte sich nicht darum. Er biss immer wieder in Kafkas Ohr. Biss, biss und biss, bis Kafka, dieses riesige Buckelrind mit Wamme, schnaubte, sich erhob, und um den Schmerz zu lindern, gegen die verschiedensten Gegenstände polterte.

Die Schreibsachen wurden verwüstet, die Bücher durcheinander geworfen. Das Bett zerbarst.

„Gregor“, schrie Kafka erneut. „hör auf zu beißen!“

Er erhielt keine Antwort. Gregor biss ihn so lange, bis es ihm schließlich gelang die Zimmerwände zu durchbrechen und ins Freie auf die Straße zu laufen. Da rief Dora Diamant: „Warum schnaubst du wie ein Rind, Liebling. Lass dieses absurde Geräusch!“

Aber Kafka hörte ihr Rufen nicht. Er hörte auch die Menschen auf der Straße nicht, die sagten: „Kafka, warum krabbelst du nachts auf der Straße herum?“

Nachdem er eine Zeitlang die Strommasten und die vorüberfahrenden Kutschen betrachtet hatte, sagte Kafka schließlich zu Gregor Samsa: „Es hat sich nicht gelohnt, das Haus zu verlassen. Lass uns zurück ins Zimmer gehen. Schlafen und morgen mit neuer Erfahrung, neuer Hoffnung aufwachen.“

„Neuer Hoffnung?“, fragte Gregor Samsa. „Du glaubst noch, dass wir neue Hoffnung schöpfen werden?“

Übersetzung von Gudrun Ingratubun aus dem noch unveröffentlichten Roman „Metamorkafka“ von Triyanto Triwikromo.

© Triyanto Triwikromo, Gudrun Ingratubun

Triyanto Triwikromo: Kekacauan Metamorfosis

Ketika Franz Kafka terbangun dari mimpi buruk, di atas tempat tidur dia menemukan dirinya berubah menjadi sapi.1  Tentu Kafka kaget. Dia melirik dan mendapatkan dirinya –dalam bentuk tubuh satwa yang berpunuk dan bergelambir– memenuhi kamar, sehingga nyaris tak ada ruang untuk bergerak.

“Ini pasti mimpi. Seharusnya Gregor Samsa yang berubah jadi binatang menjijikkan serupa kecoa atau kumbang raksasa penyebar hama. Bukan aku. Dan metamorfosis menjadi sapi jelas sangat tidak kuharapkan,” gumam Kafka, “Apa yang menarik dari seekor sapi?”

“Tak ada yang aneh,” kata binatang berperut menggelembung, berbuku-buku, dan berkaki banyak yang kaukenal sebagai metamorfosis Gregor Samsa itu,  sambil merayap ke telinga Kafka, “Aku juga berubah satwa yang tidak diinginkan dan tak seorang pun merisaukan.”

“Tentu saja aneh. Apa reaksi orang jika seorang pria keturunan Yahudi kelahiran Praha 3 Juli 1883 yang tidak merasa ditekan rezim mana pun tiba-tiba harus berubah menjadi sapi? Jangan-jangan ada masyarakat borjuis yang bersekongkol mengubah cara berpikirku sehingga aku selalu melihat diriku sebagai sapi.”

“Oo,” ujar Gregor Samsa sambil menggerak-gerakkan sungut, “Kau jangan berpikir seperti para pengarang penakut. Kau memang telah menulis Amerika, Proses, Puri, atau Metamorfosis. Akan tetapi tulisan-tulisanmu itu hanya perwujudan dari rasa takut. Takut tersingkir. Takut tak dapat ruang hidup. Takut mati. Takut tak dikenang sebagai penulis.”

Kafka tersinggung, tetapi dia tetap mendengarkan omongan Gregor Samsa.

“Berpikirlah seperti seorang yang bekerja di kantor asuransi. Anggaplah semua orang bodoh dan tak merisaukan apa pun yang dilakukan oleh para penganjur asuransi. Itu berarti sekalipun sudah menjadi sapi, kau bisa meyakinkan siapa pun, ‘Ini aku Kafka. Aku penulis yang sempurna. Tidak impoten dan selalu memberikan segala yang terbaik untuk pembaca.’”

“Tetapi tetap saja aku hanya seekor sapi yang sulit berdiri,” kata Kafka, “dan kau tetap binatang menjijikkan yang teramat kecil.”

Gregor Samsa terdiam. Dia tidak mungkin menyeret tubuh Kafka keluar dari kamar di sebuah rumah di Busse Heidestraße, Berlin, yang sedang dihajar oleh cuaca 12 derajat celcius.

“Jika saja aku bisa berubah menjadi kecoa raksasa berkaki panjang dan banyak, aku akan bisa memaksamu keluar dari kamar ini,” Gregor Samsa mendebat, “Sayang aku hanya satwa kecil yang ringkih. Itu berarti aku hanya perlu berdoa dan memohon pada Tuhan agar Dia segera mengubahmu menjadi sapi mini dan aku bermetamorfosis menjadi binatang raksasa.”

Sambil merasakan ada punuk besar yang menjijikkan, Kafka mencoba bangkit, tetapi kesulitan. Dia berteriak memanggil Dora Diamant, tetapi suara sang kekasih malah menyebalkan hati.

“Jangan melenguh-lenguh seperti sapi, Sayang,”  kata Dora, “Tidurlah lagi!”

Oo, Dora pun sudah menganggapku sebagai sapi, batin Kafka. Sangat memalukan bagiku jika dia sampai melihat binatang berpunuk dan bergelambir dengan mulut penuh lendir berada di kamar kekasihnya. Karena itu, aku  harus segera punya strategi mengatasi persoalan ini. Strategi yang hanya bisa dilakukan oleh seekor sapi. Lalu, karena hanya Gregor Samsa yang mungkin bisa mendengarkan suaraku, aku akan katakan pesan-pesanku kepada pedagang kelililing sialan itu.

“Gregor,” ujar Kafka, “Aku yakin sewaktu-waktu kau akan bermetamorfosis menjadi manusia kembali. Jika saat itu tiba, aku ingin minta tolong, pertama, selamatkan karya-karya yang kutulis tangan. Kedua, tolong bakar karya-karyaku yang telah dan akan dicetak, termasuk Meditasi. Aku tak ingin penggemarku berpikir dengan cara-cara yang lebih bodoh setelah membaca karyaku. Ketiga, aku ingin mengatakan kepadamu: Metamorfosis itu karya sampah. Jangan pernah kaubaca –terutama saat naik kereta.”

Gregor yang masih berada di telinga Kafka manggut-manggut. Dia berpikir:Kafka seharusnya bermetamorfosis jadi kacang polong dan aku berubah jadi kacang atom. Kami akan mudah menggelinding ke jalanan jika rumah yang disewa Kafka terbakar. Kukira, kacang polong atau kacang atom lebih seksi ketimbang binatang berpunuk.

Kian bingung menghadapi situasi yang tidak segera berubah ke titik normal, Gregor pun mendengung, “Aku aku tidak peduli pada kisah-kisahmu. Apakah tidak sebaiknya kita cari saja cara terbaik bermetamorfosis menjadi manusia?”

“Menjadi manusia kembali?” Kafka terkekeh, “Apakah kau menyangka manusia masih merupakan makhluk termulia?”

“Tentu saja,” kata Gregor Samsa yang merasa menjadi satwa telah menurunkan derajat kemanusiaan.

“Kau keliru, Gregor,” jelas Kafka, “Mungkin saja manusia sudah menjadi makhluk terbusuk sehingga Tuhan mengubah kita menjadi satwa.”

“Wow, jika manusia sudah dianggap sebagai makhluk busuk, mengapa kau tidak berubah jadi badak dan aku menjadi kupu-kupu saja?”

“Mengapa harus jadi badak dan kupu-kupu?”

“Apakah salah menjadi badak dan kupu-kupu?”

“Apakah kau yakin setelah menjadi badak dan kupu-kupu, ketika bangun tidur aku tetap jadi badak dan kau jadi kupu-kupu? Atau apakah kau yakin esok pagi kita akan jadi badak dan kupu-kupu yang sama? Kukira sekarang tidak perlu memperdebatkan kita hendak menjadi apa? Adam tak pernah bertanya mengapa harus jadi Adam, angin jadi angin, kabut jadi kabut, dan Kristus menjadi Kritus. Kita perdebatkan saja bagaimana kita keluar dari situasi terkutuk ini.”

Franz Kafka dan Gregor Samsa pun lalu berpikir keras.

“Bagaimana kalau kau berkirim surat kepada Max Brod, kawan karibmu itu, agar dia membebaskan kita dari situasi yang konyol ini?”

“Menulis surat? Jangan ngawur! Aku tak bisa menulis surat lagi.”

Gregor Samsa geli mendengarkan jawaban Kafka. Dia membatin mengapa dia masih menggunakan otak manusia pada saat telah menjadi kecoa. Tetapi dia tidak ingin berada dalam labirin kebingungan. Karena itu dia mengajak Kafka berpikir lebih keras.

“Sebenarnya gampang melepaskan diri dari situasi konyol ini,” kata Gregor, “Kita tak akan merasa dalam situasi konyol kalau kita anggap apa pun yang terjadi saat ini hanyalah peristiwa yang normal-normal saja.”

“Maksudmu?”

“Kau akan tahu maksudku kalau kau bisa menjawab beberapa pertanyaanku. Pertama, apakah kau menganggap kamar yang sekarang kita tempati ini sebagai surga? Jika ya, berarti kita tidak perlu membebaskan diri dari ruang sempit ini. Kita terima saja nasib yang mengubah kita menjadi sapi dan kecoa. Kedua, apakah masih penting bagimu mewartakan kepada dunia bahwa Kafka masih hidup, bebas dari tuberkulosis, dan masih akan menulis cerita-cerita remeh temeh tentang pengusiran orang-orang Yahudi? Jika tidak, kita tidak perlu memohon kepada apa pun atau siapa pun untuk mengubah seekor sapi dan seekor kecoa berubah jadi manusia. Ketiga, apakah kau masih ingin mengatakan kepada dunia betapa Kafka sesungguhnya bisa menjadi anjing perang? Jika tidak, kita berdiam saja di kamar. Bermeditasi sampai tua. Sampai siapa pun tak peduli pada keberadaan kita.”

Kafka berusaha menafsirkan pertanyaan dan pernyataan Gregor Samsa.

“Aku tak punya jawaban apa pun untuk ketiga pertanyaanmu,” kata Kafka, “Aku hanya membayangkan lambat laun tubuh kita akan membesar sepuluh kali lipat sehingga mampu menjebol kamar ini. Kukira ini bukan pikiran konyol karena menjadi sapi dan kecoa juga bukan peristiwa konyol.”

 “Menjebol?” Gregor Samsa tergelak, “Menjebol adalah kata paling indah di dunia. Ya, kita akan menjebol kamar ini dengan berbagai cara.”

Kafka terdiam. Dia merasa saat ini tidak mungkin menjebol kamar. Sungguh berat menggerakkan tubuh tambun berpunuk dan bergelambir. Apalagi berdiri. Apalagi menggerakkan kepala dan menanduk dinding kamar.

“Kau menyangka aku tak bisa menolongmu? Kau menyangka sosok yang kauciptakan tak bisa berbuat apa-apa?”

Kafka mengangguk.

“Kau lupa aku seorang pedagang kelililing, Kafka. Kau lupa seorang pedagang kelililing punya naluri untuk bangun tidur tepat waktu, mengenakan sepatu dengan cepat, mengejar kereta bagai anjing kesetanan, dan membebaskan diri dari pintu kamar sepanjang waktu.”

Kafka manggut-manggut tetapi tetap tak bisa menebak tindakan yang akan dilakukan oleh Gregor Samsa.

“Pejamkan matamu, Kafka, rasakan betapa gelap dunia kita.”

Kafka pun memejamkan mata. Tak lama dia memejamkan mata. Tak mungkin dia fokus dan merasakan kenikmatan di sebuah dunia yang gelap karena rasa sakit di telinga begitu menusuk-nusuk.

“Gregor, Gregor,” teriak Kafka, “Jangan kaugigit telingaku. Keluar dari telingaku sekarang juga!”

Gregor Samsa tidak peduli. Dia terus menggigit telinga Kafka. Mengigit. Menggigit. Mengigigit hingga Kafka, sapi raksasa berpunuk dan bergelambir itu,  mendengus-dengus, bangkit, dan mencoba mengatasi rasa sakit dengan menanduk segala benda.

Alat-alat tulis berantakan. Buku-buku berhamburan. Ranjang ambrol.

“Gregor,” teriak Kafka lagi, “Hentikan gigitanmu!”

Tak ada jawaban. Gregor terus menggigit hingga akhirnya Kafka bisa menjebol kamar dan berlari dengan bebas di jalanan, hingga akhirnya Dora Diamant berteriak, “Mengapa terus-menerus mendengus seperti sapi, Sayang. Hentikan ulah konyolmu!”

Kafka sudah tidak mendengarkan teriakan itu. Kafka juga tidak lagi mendengarkan orang-orang di jalan yang bilang, “Kafka mengapa kau merangkak di jalanan malam-malam?”

Setelah sekian lama memandang tiang-tiang listrik dan beberapa kereta kuda berseliweran, serta menganggap dunia berjalan dengan monoton, Kafka hanya ingin bilang kepada Gregor Samsa, “Tak ada gunanya keluar rumah. Lebih baik cepat kembali ke kamar. Tidur dan esok bangun pagi dengan pengalaman baru, dengan harapan baru.”

“Harapan baru?” kata Gregor Samsa, “Kau masih percaya akan ada harapan baru, Kafka?”


1 Ini merupakan kalimat pelesetan dari pembuka cerita Kafka, “Metamorfosis”.

© Triyanto Triwikromo

Feby Indirani: Baby ingin masuk Islam

Sidang Majelis seketika riuh rendah karena suatu kabar yang dibawa Kyai Fikri, yaitu seekor babi bernama Baby menyatakan keinginannya  masuk Islam. Dari berbagai penjuru ruangan, ucapan ‘Astaghfirullah’ menggema, sebelum kemudian sejumlah tangan serentak terangkat  untuk meminta kesempatan mengutarakan pendapat, sedangkan sebagian peserta sidang lainnya bahkan tidak merasa perlu meminta ijin dan langsung saja bicara. Pimpinan sidang kewalahan dan akhirnya menghentikan sidang selama 30 menit.

Setelah itu, majelis memutuskan menyidang Kyai Fikri yang menjadi sumber berita kontroversial tersebut. 

Bagaimanapun menghadapi Kyai Fikri bukanlah sesuatu yang mudah, karena ia dikenal sebagai kyai yang disegani. Tubuhnya tidak tinggi, kurus dan cenderung tampak ringkih. Tapi tatapan matanya tajam dan jernih. Ia memiliki aura yang kuat, yang membuat orang akan segan kepadanya. Umurnya sulit ditebak jika hanya melihat penampilannya.  Ia tampak matang, dengan janggutnya yang pendek dan rapi, sekaligus kelihatan cukup muda secara keseluruhan karena sikap tubuhnya yang gesit. 

Ia mengucapkan salam dengan suaranya yang dalam, dan seluruh ruangan mendadak senyap.

“Baby menunjukkan kesungguhannya untuk masuk Islam, dan saya termasuk orang yang percaya, hidayah bisa mengubah dan menyentuh siapa saja. Jika kita meyakini Islam menjunjung nilai keadilan, saya rasa kita mesti memberikan Baby kesempatan. “

“Maaf Kyai,” ujar seorang peserta majelis. “Apakah itu berarti Baby akan mengubah perilaku-perilaku anehnya?”

“Aneh itu kan menurut kita, karena ia berbeda dengan kita. Baby akan tetap menjadi babi sesuai sunnatullah-nya. “

Bisik bisik memenuhi seisi ruangan. Seorang peserta muda mengangkat tangan. “Kyai, saya ingin tahu kenapa Kyai begitu membela Baby, tapi sebelumnya saya penasaran, bagaimana Kyai bisa ada hubungan dengannya? Bukankah ia makhluk haram?”

“Saya memelihara ternak, antara lain babi,” sahut Kyai Fikri tenang. “Haram untuk memakannya, tapi tidak untuk memeliharanya, kan?”

Ruangan kembali berisik. Kyai keblinger, bisik mereka.

“Mohon maaf Kyai, tapi untuk apa?”

“Saya memberi makan orang-orang di kampung-kampung yang kehidupannya sangat miskin. Hewan-hewan ternak lain terlalu mahal, sementara satu kali mengandung babi bisa memiliki 20 anak. Ia termasuk jenis binatang yang paling banyak memiliki keturunan. Itulah awalnya saya memutuskan memelihara babi.”

“Kenapa Kyai tega memberi makan orang-orang miskin dengan babi?”

“Mereka terlalu miskin, dan mereka bukan Islam. Terlalu mewah bicara agama dengan mereka, agama mereka mungkin hanya makanan, dan air bersih,” Kyai Fikri menyapukan pandangannya menatap wajah-wajah peserta majelis yang memandangnya tanpa berkedip.

“Saya sering menginap di kampung tersebut, bersama penduduk, tinggal di langgar kecil, tidak begitu jauh dari kandang babi. Saya sholat dan mengaji seperti di mana pun saya berada. Lalu suatu saat ketika saya keluar, ada seekor babi betina yang selalu memandangi saya, seperti menunggu. Seperti  selalu ingin mengatakan sesuatu. Babi itu sudah cukup tua, berusia 15 tahun dan tidak bisa beranak lagi. Karena seringnya ia melakukan itu, menunggu dan seperti ingin menyampaikan sesuatu, saya menamai dia Baby, dan dia tampak mengerti bahwa itu adalah nama yang saya berikan untuknya.”

Ia terdiam sesaat, mengambil nafas. “Atas ijin Allah, ia bisa menyampaikan keinginannya, dan saya bisa memahami maksudnya. Ia menyatakan ingin menjadi  pemeluk Islam di hari-hari akhir hidupnya.  Ia tahu akan segera mendapat giliran dipotong, dan ia ingin permintaannya dipenuhi. ”

Suasana ruangan mendadak kembali ingar bingar, karena begitu banyak peserta berbicara di saat yang sama. Saling debat, saling sanggah.

“Bagaimana mungkin seorang Kyai yang mulia  bisa bergaul dengan Baby? “

“Tidak akan kita biarkan! Seluruh hal tentang babi itu haram. Seluruh zatnya. Titik.“

 “Apa hak kita  melarang siapa pun masuk Islam? Katanya Islam itu rahmat bagi semesta alam?”

“Memangnya apa agama Baby sebelumnya? Kenapa dia ingin masuk Islam sekarang? “

“Kalau Anda melarang Baby masuk Islam, artinya Anda bersikap tidak adil. Dan itu adalah sikap yang dibenci Allah dan Rasul-Nya.”

“Tapi apa kita semua mau satu agama dengan Baby? Itu kan menurunkan derajat kemanusiaan kita.”

“Tubuh kita dan Baby itu sangat mirip. DNA kita hanya berbeda tiga persen dari mereka, jadi sesungguhnya kita lebih dekat dengan mereka daripada yang kita bayangkan.”

“Lantas kemudian dia jadi boleh masuk Islam? Kan kita sudah tahu keanehan-keanehan Baby.  Tentang tabiat  yang kotor dan malas. Juga karakternya yang tak jelas,  bisa menyerupai binatang buas karena ia bertaring dan makan daging tapi juga dia mirip binatang jinak karena berceracak dan makan dedaunan,”

“Terdengar semakin mirip dengan kita kan?”

Gema ‘Astaghfirullah’ kembali terdengar dari berbagai penjuru ruangan.  Tidak ada yang mendengarkan satu dengan lainnya dan masing-masing orang hanya sibuk dengan pendapatnya sendiri-sendiri. Pimpinan sidang memerintahkan reses selama dua jam  untuk membahas persoalan ini. Para peserta sidang  pun secara alamiah langsung membentuk kelompok yang dirasa cocok dan sepikiran dengan mereka. Setiap anggota majelis saling beradu argumentasi tentang bagaimana harus menyikapi persoalan Baby.

Sidang kembali dimulai dan  peserta sidang diminta melakukan voting dalam pengambilan keputusan. Kelompok pertama yang paling besar jumlahnya atau sekitar 40 persen dari majelis adalah mereka yang jelas menolak Baby, tidak ada pertimbangan dan tidak ada kompromi.  Sementara sebanyak 35  persen secara prinsip tidak setuju, tapi meyakini mereka perlu memanggil Baby untuk mendengarkan dari sisi Baby. Kelompok ini meyakini bahwa Majelis mesti bersikap tepat secara politis dan bagaimanapun harus mengusung prinsip-prinsip keadilan. Kelompok berikutnya, 23 persen, adalah kelompok yang mendukung Kyai Fikri, kelompok ini kecil tapi memiliki suara yang biasanya didengar oleh mayoritas anggota, karena posisi dan status sosial mereka yang dihormati publik. Di dalam kelompok ini sebetulnya termasuk juga adalah orang-orang yang menyetujui semata karena mengagumi Kyai Fikri dan keunikannya. Sisanya abstain, adalah mereka yang tidak tertarik dengan konflik dalam bentuk apapun juga.

Masing-masing kelompok berdebat argumentasi satu dengan yang lainnya, dan keputusan belum dapat diambil karena belum ada suara mayoritas. Akhirnya karena hari sudah larut, sidang harus dihentikan terlebih dulu dan dilanjutkan esok hari.

Dalam jeda sidang itu, terlihatlah bagaimana  kelompok 35 persen itu diperebutkan oleh dua kubu lainnya.  Kelompok 40 persen tentu saja merasa mereka seharusnya sedikit lagi memenangi keputusan ini, dan akan begitu mudah jika kelompok 35 tidak terlampau etis. Untuk apa sok etis, jika hasil akhir sudah jelas, yaitu tidak setuju. Tapi kelompok 35 terdiri dari mereka yang sangat menyukai proses dan sangat ingin majelis tampak bagus di mata publik.

Sementara itu, secara prinsip, kelompok 23 jelas memiliki sikap yang berbeda. Mereka pun sebal pada orang-orang dari kelompok 35 yang mereka nilai terlalu mementingkan pencitraan, haus pujian, dan tidak konsisten. Namun kelompok 35 memiliki jumlah signifikan, dan masih punya keinginan untuk melakukan proses yang adil betapapun itu hanyalah kosmetik belaka.  Kelompok 23 menimbang, jika setidaknya mereka bisa menghadirkan Baby dalam sidang, itu sudah merupakan suatu langkah besar, plus peluang bahwa keinginannya dapat dikabulkan majelis — seberapapun kecilnya kemungkinan itu.

Debat dan negosiasi yang terjadi begitu alot, bahkan untuk sekadar menghadirkan Baby di sidang majelis. Karena bagi banyak peserta itu akan menjadi kali pertama dalam hidup mereka berinteraksi dengan babi.  Sidang tertunda selama dua hari tanpa ada solusi.

Setelah proses yang panjang itu, di hari ketiga anggota majelis melakukan voting akhir. Hasilnya, Majelis secara resmi menolak Baby untuk menjadi Islam.

Wajah Kyai Fikri tampak mendung. Dia minta ijin menyampaikan kata-kata terakhir sebelum sidang majelis resmi dibubarkan.

“Bagaimanapun, saya berterimakasih untuk proses yang sudah melibatkan kerja keras dari semua peserta majelis. Saya benci membuat Baby kecewa, tapi saya akan kembali ke kampung dan mengatakan kepadanya, Baby, siapapun bisa menjadi islam dengan bersaksi bahwa ‚Tiada Tuhan kecuali Allah dan Muhammad adalah Rasulullah‘,” mata Kyai Fikri tampak berkaca-kaca. “Tidak ada yang bisa menghentikan siapapun menjadi Islam, meskipun orang Islam sendiri menolaknya. Itu yang akan saya katakan pada Baby.”

Ruangan senyap, dan sebagian peserta ikut terharu, memikirkan Baby yang akan kecewa karena mengalami penolakan di pengujung hidupnya. Bagaimanapun, keputusan sudah diambil, mereka bersalam-salaman dan berpamitan, saling mengucapkan maaf dan terimakasih untuk proses persidangan yang dilakukan selama tiga hari.

Ketika beranjak keluar ruangan, salah seorang peserta sidang menggamit lengan Kyai Fikri dan berbisik di telinganya.

“Kyai, saya boleh ikut ke kampung?” pintanya sambil tersipu. “Karena Baby sudah masuk Islam, saya ingin ikut mencicipi dagingnya.”

Sumber: Feby Indirani: Bukan Perawan Maria; Paperback, Pabrikultur, 2017

© Feby Indirani

Feby Indirani: Baby will Muslima werden

Die Ratssitzung war sogleich in eine ausgelassene Stimmung geraten, als Kyai Fikris Anliegen vorgebracht worden war, nämlich dass ein Schwein namens Baby zum Islam konvertieren wolle. Aus mehreren Ecken des Raumes hörte man Astaghfirullah-Rufe, bevor eine Vielzahl von Händen gleichzeitig emporschnellte, um die Gelegenheit zu erhalten, sich dazu zu äußern. Andere Besucher der Sitzung hielten das nicht für nötig und redeten gleich drauflos. Der Leiter der Sitzung war mit diesem Ansturm überfordert und ordnete schließlich eine Pause von 30 Minuten an.

Dann beschloss der Rat, Kyai Fikri als den Urheber dieser Kontroverse zur nächsten Sitzung zu laden.

Doch Kyai Fikri entgegenzutreten war nicht so leicht, weil er ein bekannter, von vielen verehrter Kyai war. Er war nicht groß, schlank, schon fast mager. Aber sein Blick war scharf und klar. Er besaß eine starke Aura, die ihm die Bewunderung der Menschen eingetragen hatte. Sein Alter war von seinem Erscheinungsbild her schwer zu schätzen. Er wirkte reif, mit seinem kurzen, gepflegten Bart, gleichzeitig aber relativ jung durch sein agiles Auftreten.

Sprach er mit seiner tiefen Stimme einen Gruß, herrschte im ganzen Raum augenblicklich Stille.

„Baby hat ihren ernsthaften Willen gezeigt, sich zum Islam zu bekennen und ich gehöre zu den Menschen, die glauben, dass eine gute Anleitung wen auch immer verändern und berühren kann. Und wenn wir überzeugt sind, dass der Islam für Gerechtigkeit steht, sollten wir, denke ich, Baby eine Chance geben.”

„Entschuldigung Kyai”, sagte ein Besucher der Sitzung, „bedeutet das, dass Baby dann ihr verabscheuungswürdiges Verhalten ändern würde?”

„Verabscheuungswürdig aus unserer Perspektive, weil sie anders ist als wir. Baby wird weiterhin ein Schwein bleiben, gemäß sunnatullah, dem göttlichen Naturgesetz.”

Flüstern erfüllte den Raum. Ein junger Teilnehmer hob den Arm. Kyai, ich würde gern wissen, warum Sie sich so für Baby einsetzen, aber vorher wüsste ich auch noch gern, wie Sie überhaupt mit Baby in Kontakt gekommen sind. Ist es nicht ein verbotenes Tier?”

„Ich bin Tierzüchter, und unter anderem halte ich auch Schweine”, entgegnete Kyai Fikri ruhig. „Es ist verboten Schwein zu essen, aber nicht es zu züchten, nicht wahr?” Ein Gemurmel erhob sich. Der Kyai ist ein Ketzer, flüsterten sie.

„Entschuldigung Kyai, aber wozu?”

„Ich gebe sehr armen Leuten in einem Dorf zu Essen. Und andere Tiere sind zu teuer. Ein Schwein bekommt, wenn es einmal trächtig ist, bis zu 20 Ferkel. Es gehört zu den Tieren, die den meisten Nachwuchs hervorbringen. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen, Schweine zu halten.”

„Wie können Sie es ertragen, den Armen Schweinefleisch als Essen zu geben?”

„Die Menschen dort sind wirklich sehr arm und sie sind keine Muslime. Es wäre ein Luxus mit ihnen über Religion zu sprechen, ihre Religion ist vielleicht nur Essen und sauberes Wasser”. Der Blick des Kyais streifte die Versammlungsteilnehmer, die ihre Blicke unverwandt auf ihn gerichtet hatten.

„Ich übernachte oft in dem Dorf, verbringe Zeit mit den Menschen, schlafe in einer kleinen Musholla, nicht so weit vom Schweinestall entfernt. Ich bete und rezitiere den Koran dort wie überall, wo ich mich aufhalte. Als ich dann einmal hinaus ging, stand da ein weibliches Schwein, das mich immerzu ansah, als ob es auf mich gewartet hätte. Als ob es immer etwas sagen wollte. Dieses Schwein ist schon relativ alt, es ist 15 Jahre alt und kann keine Ferkel mehr bekommen. Da es sehr oft geschah, dass es auf mich zu warten schien, wenn ich aus der Musholla trat, als ob es mir etwas sagen wollte, habe ich ihm den Namen Baby gegeben und es schien zu verstehen, dass das der Name ist, den ich ihm gegeben habe.“

Er schwieg einen Moment und holte Luft. „Mit Allahs Erlaubnis konnte es seinen Wunsch äußern und ich habe seine Absicht verstanden. Es sagte, dass es gerne Muslima werden würde, für die verbleibenden Tage seines Lebens. Es weiß, dass es bald an der Reihe ist, geschlachtet zu werden und es wünscht, dass seine Bitte erfüllt wird”

Plötzlich geriet die Atmosphäre im Raum wieder in Aufruhr, weil so viele Menschen durcheinander sprachen, miteinander debattierten, sich empörten.

„Wie kann ein verehrter Kyai mit Baby seine Zeit verbringen?”

„Das werden wir nicht zulassen! Alles was mit Schweinen zu tun hat, ist haram. Die ganze Existenz des Schweins. Punkt.”

„Ist es unser Recht, jemanden davon abzuhalten, sich zum Islam zu bekennen? Ist der Islam nicht gütig gegenüber der Natur?”

„Hatte Baby denn bisher eine Religion? Warum möchte sie gerade jetzt Muslima werden?”

„Wenn ihr Baby verbietet dem Islam beizutreten, verhaltet ihr euch nicht gerecht. Und so ein Verhalten hassen Allah und auch der Prophet.”

„Aber wollen wir alle die gleiche Religion wie Baby haben? Das würde den Grad unserer Menschlichkeit herabsetzen.”

„Unser Körper und Baby ähneln sich sehr. Unsere DNA entscheidet sich nur zu 3 % von der der Schweine. Genau genommen sind wir ihnen näher als wir uns vorstellen.”

„Und soll sie dann dem Islam beitreten? Und Babys Merkwürdigkeiten kennen wir doch schon. Ihren schmutzigen und faulen Charakter. Weiterhin ihre unklare Stellung unter den Tieren, man kann das Schwein als wildes Tier bezeichnen, weil es Reißzähne hat und Fleisch frisst, andrerseits ähnelt es auch einem zahmen Tier, weil es Pflanzen und Blätter frisst ”

„Habt ihr das gehört? Es soll uns immer ähnlicher sein!”

Von überall hörte man erneut „Astaghfirullah“-Rufe. Niemand verstand mehr, was der andere sagte. Jeder war nur mit seiner eigenen Meinung beschäftigt. Der Sitzungsleiter setzte eine zweistündige Pause

an, um der Situation Herr zu werden. Die Teilnehmer bildeten sogleich Gruppen, die in ihrer Sichtweise zusammen passten. Alle Teilnehmer konkurrierten mit ihren Argumenten, wie man mit dem Problem Baby umgehen solle.

Die Sitzung begann wieder und die Mitglieder wurden gebeten abzustimmen, um zu einer Entscheidung zu gelangen. Die erste Gruppe, die am größten war, ungefähr 40 % der Teilnehmer waren klar gegen die Aufnahme Babys in den Islam. Für sie gab es da kein Abwägen und keinen Kompromiss.

Währenddessen waren ungefähr 35 % zwar prinzipiell nicht für die Aufnahme Babys, meinten aber, man müsste trotzdem noch Babys Sicht hören. Sie waren der Meinung, dass sich die Ratsversammlung politisch korrekt verhalten und das Prinzip der Gerechtigkeit befolgen müsste. Die folgende Gruppe unterstütze mit 23 % Kyai Fikri. Diese Gruppe war zwar relativ klein, aber ihre Stimmen hatten für gewöhnlich Einfluss auf die Mehrheit der Mitglieder wegen ihrer gesellschaftlichen Position und ihres von der Allgemeinheit geachteten sozialen Status. Unter ihnen gab es auch Leute, die nur zustimmten, weil sie Kyai Fikri und seine Einzigartigkeit bewunderten. Die übrigen Mitglieder enthielten sich der Stimme. Sie hatten an keinerlei Konfliktfragen Interesse.

Die Gruppen debattierten mit ihren Argumenten untereinander, doch es konnte noch keine Entscheidung getroffen werden, weil es keine Mehrheit gab. Schließlich musste die Sitzung wegen des fortgeschrittenen Abends unterbrochen werden, um sie am nächsten Tag fortzusetzen.

In dieser Zwischenzeit wurde die Gruppe der 35 % umworben. Die beiden anderen Lager versuchten sie von ihrer Position zu überzeugen. Die Gruppe der 40 % dachte, da sie ja nur noch wenige zusätzliche Stimmen benötigten, um die Mehrheit der Stimmen zu erreichen, dass es viel einfacher wäre, wenn die Gruppe der 35 % nicht so ethisch argumentieren würde. Warum betonten sie die Ethik so? Das Ergebnis war doch klar: nicht zuzustimmen. Aber die 35 %-Gruppe bestand aus Leuten, für die das Verfahren sehr wichtig war und die unbedingt wollten, dass der Rat in der Öffentlichkeit gut dastand.

Die 23 %-Gruppe hingegen hatte eine prinzipiell andere Handlungsweise. Sie ärgerte sich über die 35 %-Gruppe, die ihrer Meinung nach die Wirkung auf andere zu sehr in den Fokus stellte, unbedingt gelobt werden wollte und nicht konsistent war. Doch die 35 %-Gruppe stellte eine signifikante Menge dar und wollte ein gerechtes Verfahren anwenden, auch wenn es pure Kosmetik war. Die 23 %-Gruppe dachte, dass es schon ein großer Schritt nach vorn wäre, wenn sie wenigstens erreichen könnte, dass Baby zu einer Sitzung kommen durfte, verbunden mit der Möglichkeit, dass ihr Wunsch doch noch die Zustimmung des Rates erhielte – wie gering die Wahrscheinlichkeit auch sein mochte.

Die Debatte und die Verhandlungen waren sehr zäh, sogar nur über die Möglichkeit Baby zur nächsten Ratssitzung einzuladen. Denn für viele Teilnehmer wäre das die erste Interaktion ihres Lebens mit einem Schwein gewesen. Die Sitzung wurde ohne Ergebnis für 2 Tage unterbrochen.

Nach diesem langen Prozess schritten die Ratsmitglieder zur endgültigen Abstimmung. Das Ergebnis war, dass der Rat es offiziell ablehnte, dass Baby eine Muslima wurde.

Das Gesicht Kyai Fikris verdunkelte sich. Er bat um ein letztes Wort, bevor die Sitzung offiziell für beendet erklärt wurde.

„Unabhängig vom Ergebnis bedanke ich mich für den Prozess der Entscheidungsfindung, der harte Arbeit von allen Ratsmitgliedern verlangt hat. Ich hasse es Baby enttäuschen zu müssen, aber ich werde in das Dorf zurückkehren und ihr folgendes sagen: Jeder kann Moslem oder Muslima werden, indem er sagt: ‚Es gibt keinen wahren Gott außer Gott und Muhammad ist der Gesandte Gottes.‘“ Kyai Fikris Augen wurden feucht. „Es gibt nichts, was jemanden davon abhalten könnte, Moslem zu werden. Sogar Muslime können dies nicht verhindern. Das werde ich Baby sagen.”

Der Raum war ganz still geworden und einige Mitglieder waren bewegt, dachten an Baby, die durch ihre Ablehnung am Ende ihres Lebens enttäuscht worden war. Aber die Entscheidung war ja bereits getroffen und sie verabschiedeten sich voneinander, baten einander um Verzeihung und bedankten sich für den Prozess der dreitägigen Sitzung. Während die Menschen nach draußen strömten, nahm ein Ratsmitglied Kyai Fikris Arm und flüsterte ihm ins Ohr.

„Kyai, kann ich mit ins Dorf kommen?”, fragte er und wurde dabei rot. „Wenn Baby sich schon zum Islam bekannt hat, würde ich gern mitkommen und ihr Fleisch probieren.”

Übersetzt aus: Feby Indirani: Bukan Perawan Maria; Paperback, Pabrikultur, 2017

© Feby Indirani, Gudrun Ingratubun

Feby Indirani: Perempuan Yang Kehilangan Wajahnya

Di suatu pagi, Annisa bangun dan ia tersadar saat bercermin, bahwa ia tidak lagi memiliki hidung.

“Astaghfirullah!“ serunya keras. Andai Razi suaminya ada di rumah, ia mungkin sudah terjengkang dari kursi goyang kesayangannya. Namun Razi sedang dinas ke luar kota dan baru akan kembali lima hari lagi. Ya Tuhan, apa yang harus aku lakukan, Annisa panik.

Untuk beberapa saat, ia hanya membenamkan wajahnya di bantal. Cermin di kamarnya seolah menjadi hantu yang paling ditakutinya. Selama beberapa jam kemudian, Annisa hanya menangis meratapi nasib. Bagaimana mungkin hidungnya bisa hilang?

Tepatnya adalah batang hidungnya yang ramping, dan pucuk hidungnya yang biasanya membulat menggemaskan. Yang tersisa dari hidungnya adalah dua bulatan yang dipayungi cuping hidung yang tinggal setengah. Ia tidak merasakan rasa sakit sedikitpun. Ia pun tetap bisa menghirup udara seperti biasa, melalui lubang yang tadinya adalah hidungnya itu. Tapi oh alangkah buruknya wajah dengan hidung yang menghilang.

Annisa masih berharap itu adalah mimpi buruk, namun ketika ia berkaca lagi, ia tahu, ia tidak bermimpi. Ia tidak lagi memiliki hidung, atau tepatnya batang hidung. Ia merasa terguncang, tapi kemudian mulai berusaha berpikir rasional, dan mulai menimbang sejumlah alternatif tindakan yang harus dilakukannya. Menghubungi dokter di rumah sakit? Ya, Annisa akan melakukannya, tapi tidak, sebaiknya ia menunggu Razi pulang. Tidak, ia tidak mau mengabari Razi sekarang karena tidak ingin mengganggu konsentrasi suaminya. Dan ya, ia menduga biayanya mungkin akan mahal untuk bisa membuat sebatang hidung.  Sebagai seorang istri yang baik, ia tidak mungkin mengeluarkan uang yang begitu besar tanpa izin terlebih dulu dari suaminya. Tidak, ke dokter atau rumah sakit bukanlah prioritas yang begitu mendesak, karena Annisa sudah memastikan bahwa ia tidak merasakan sakit apapun.

Ya, ini adalah masalah estetika dan bukan keselamatan. Meskipun  berada dalam kondisi yang sangat kaget dan terguncang, secara naluriah Annisa tahu, bukan keselamatan nyawanya yang dipertaruhkan.

Baiklah, ini bukan segala-galanya. Ia bernafas seperti biasa. Annisa hanya perlu keluar rumah hari ini seperti biasa. Dikenakannya jilbabnya yang panjang polos berwarna biru tua, beserta niqab yang biasa terpasang di wajahnya, menyisakan sepasang mata dan alisnya. Untunglah aku ber-niqab, pikir Annisa lega.

Untuk sesaat, Annisa fokus pada hal-hal yang mesti dilakukannya hari itu. Mengunjungi sekolah yang dimiliki oleh keluarganya dan rapat dengan para guru di sana. Memastikan bahwa renovasi gedung sekolah itu bisa segera dimulai, sebelum tahun ajaran baru datang. Mungkin ia akan ikut dalam pertemuan dengan kontraktor, yang artinya rapat beruntun. Setelah itu ia sebetulnya punya rencana untuk merawat diri  di salon khusus Muslimah, tapi tidak, sebaiknya dibatalkan saja, karena ia tidak mau membuat orang-orang terkejut dengan wajahnya. Ya, mungkin ia akan langsung ke supermarket dan belanja kebutuhan domestik saja.

Ia menyetir mobilnya perlahan, setengah melamun. Saat memasuki gerbang sekolah, entah kenapa jantungnya berdebar. Ia merasa tidak siap bertemu banyak orang dalam situasi seperti ini. Annisa melirik kaca spion atas, dan mendapati cadar yang menutupi wajahnya. Tak ada bedanya, Nisa. Tak akan ada yang tahu kau punya hidung atau tidak, ia berusaha meyakinkan diri.

Tiga orang anak berkerudung berlari menghampirinya ketika turun dari mobil, mereka mencium tangannya dengan takzim.

“Ibu Nisa… Ibu Nisa…” panggil anak-anak itu. Anak-anak itu mengenali mobilnya, dan karenanya sudah siap menyapanya.

Mereka mengenakan jilbab putih sederhana dengan muka dibiarkan terbuka. Mereka tersenyum ketika tangan Annisa membelai kepala mereka satu persatu. Pandangan Annisa jatuh pada hidung-hidung mereka.

Annisa masuk ke ruang rapat guru dan ia sudah dinanti di sana. Rapat berjalan, dan untuk sesaat ia berhasil melupakan masalahnya sendiri. Ketika waktu sholat tiba, Annisa mulai kembali teringat masalahnya. Tapi, ia memiliki ruang khusus di sekolah yang sangat privat, dan ia bisa sholat dengan leluasa tanpa khawatir ada orang yang memergokinya tanpa penutup muka.

Separuh hari itu dilaluinya, dengan perasaan seperti orang yang bersembunyi, seperti orang yang takut. Kamu harus kuat Nisa, kamu harus kuat, ulangnya pada diri sendiri. Dan begitulah Annisa menjalani hari itu, mencoba sedapat mungkin fokus kepada orang orang yang dihadapinya, mencari solusi untuk hal-hal yang harus mereka pecahkan, dan sering ia juga yang mesti mengambil keputusan terakhir.

Sekolah ini didirikan oleh orang tuanya dulu, dan merupakan amanat baginya untuk tetap mempertahankan keberlangsungannya. Annisa bersyukur, Razi memberikannya ijin untuk tetap mengelola sekolah ini, apalagi karena Razi mendukung visi sekolah untuk menciptakan generasi yang soleh, yang mengutamakan pendidikan agama di atas segalanya.

Hari itu hanya harus ditutup dengan berbelanja di supermarket. Bukan hal yang susah, pikirnya. Aku sudah melalui hari sejauh ini.  Tapi hari ini bagaimanapun ia jadi lebih peka berada di antara banyak orang.  Annisa mendapati beberapa orang meliriknya, dengan tatapan ingin tahu. Itu pasti karena cadarnya.

Menggunakan niqab bukanlah sesuatu yang sedemikian normal di Jakarta, tapi dia juga bukan satu-satunya. Setelah tiga tahun ber-niqab atas permintaan suaminya, Nisa sudah terbiasa berhadapan dengan sorot mata ingin tahu yang mengarah kepadanya. Apalagi jika mereka berada di restoran, akan lebih banyak lagi orang yang mengawasinya karena ingin melihat bagaimana caranya ia makan. Sungguh mengganggu awalnya, tapi Nisa sudah terbiasa, dan tidak peduli.

Awalnya, Nisa memang sempat membantah ketika Razi memintanya mengenakan niqab. Meskipun sudah berjilbab sejak remaja,  mengenakan niqab adalah satu langkah yang berbeda. Tapi menurut Razi itulah jalan yang lebih benar berdasarkan tuntutan agama.

“Menjalankan perintah agama itu harus kaffah, Ummi,“ ujar Razi mesra dengan panggilan sayang padanya. “Apalagi Ummi itu perempuan cantik, biar pun berjilbab juga masih terlihat jelas kecantikannya. Sementara aku sering bertugas keluar kota, aku tidak rela istriku jadi pandangan lelaki lain,” ujar Razi lembut kepadanya sambil membelai rambutnya. Dan sikap itu selalu saja membuat Nisa meleleh. Razi tidak pernah memaksakan kehendak, tapi membujuk dan menyadarkannya tentang apa yang benar dan apa yang harus dilakukannya sebagai seorang istri yang solehah.

Akhirnya, meskipun separuh hati, ia menuruti permintaan suaminya untuk ber-niqab. Memang benar juga seperti yang dikatakan Razi, ia merasa semakin aman dan terlindung dari pandangan laki-laki asing.

Memakai cadar, kadang menyulitkan. Ya seperti saat makan di tempat umum itu. Atau karena cuaca di Jakarta yang panas dan lembab. Juga ketika bertemu teman di mal atau tempat umum lainnya. Annisa harus berteriak lebih keras ketika melihat dan berpapasan dengan teman lamanya, yang tentu saja tidak bisa mengenali karena mukanya tidak terlihat.

Kadang juga, bila malas ia memilih tidak menyapa saja walaupun berpapasan dengan teman lamanya. Sebenarnya tidak ada bedanya, toh mereka juga tidak akan tahu. Tapi tetap saja ada menyelinap perasaan bersalah di dalam hatinya, apalagi bila orang tersebut sebetulnya pernah jadi teman baiknya.

Seperti hari itu, ia melihat jelas Arifin, seorang lelaki yang, uh, pernah dekat dengannya. Hm. Dekat,  ah, kata itu kurang menggambarkan situasi mereka. Tepatnya, Arifin pernah melakukan proses ta’aruf atau perkenalan dengannya selama beberapa waktu, sebelum akhirnya ia memutuskan menjatuhkan pilihan pada Razi.

Arifin hanya berdiri beberapa meter di seberangnya, sedang berada di area buah-buahan. Annisa tiba-tiba merasakan jantungnya berdebar lebih kencang. Lelaki itu masih seganteng yang pernah ia ingat. Tubuhnya kini lebih berisi, tidak sekurus saat masa kuliah dulu.

Menyapa, tidak. Menyapa, tidak. Annisa tiba-tiba berada di dalam sebuah dilema. Ia masih memandangi Arifin yang memilah dan memilih jeruk dengan tenang, tanpa menyadari ada sepasang mata yang mengawasinya dengan dada bergemuruh.

Begitulah, sebagai seorang yang ber-niqab, sering kali Annisa mengalami bahwa keputusan menyambung tali silaturahim berada di tangannya. Ia yang bisa menentukan akankah ia menyingkap siapa dirinya atau tidak. Andai ia tak memakai niqab, dalam jarak sedekat ini kemungkinan besar Arifin sudah bisa mengenalinya dan akan menyapanya lebih dulu—sehingga Annisa tidak perlu mengorbankan gengsinya. Tapi tentu saat ini, bayangan tidak memakai niqab dan bertemu pria masa lalunya, juga bukan hal yang akan menguntungkan.

Tidak di saat ia kehilangan hidungnya.

Sekarang, atau tidak sama sekali. Annisa menguatkan hati untuk menyapa Arifin. Ia akan mengucapkan salam dan menyapa lelaki itu, yang pasti akan mengenali suaranya bagaimanapun juga. Dan meskipun sesaat, Annisa bisa bercakap-cakap lagi dengan dia, dan melihat bagaimana reaksi lelaki itu bertemu dengan dirinya.

“Mas, lama banget? Yuk, nanti filmnya keburu mulai…,” seorang perempuan menghampiri Arifin dan mengusap punggungnya, tepat saat Annisa hendak melangkah mendekat.

Perempuan itu, cantik. Tidak berjilbab, berpenampilan seperti perempuan profesional muda, dengan alis yang dilukis rapi dan lipstik pink terang. Annisa masih sempat melirik hidung mungil perempuan itu yang tampak serasi dengan mukanya yang bulat telur.

Dengan langkah gontai, Ia pun membalikkan badan dan berjalan menuju kasir. Istrinya? Pacarnya? Yang jelas dari bahasa tubuhnya mereka pasti dekat.  Pertanyaan yang muncul dengan deras di dalam kepalanya adalah, bagaimana mungkin Arifin bisa dekat atau berpasangan dengan perempuan yang bukan dari kelompok mereka? Dulu Arifin salah satu pentolan kelompok pengajian yang paling disegani, paling teruji ketekunan beribadah dan semangat membela agama. Mengapa perubahan terjadi begitu cepat? Apakah karena gagal menikah dengannya dulu?

Annisa pulang ke rumah, masih dengan perasaan galau. Ia merindukan Razi, tapi suaminya itu belum akan pulang malam ini. Ia harus tidur sendiri lagi, dan ia merasa begitu resah. Saat sholat ia menangis sendu, merasakan hampa.

Ia mengirimkan pesan singkat kepada suaminya.

Abi, Ummi rindu. Tidak sabar menunggu Abi pulang.

Abi, kalau Ummi sudah tidak cantik, Abi masih cinta Ummi? 

Pesannya tidak terbaca. Di lokasi bekerja suaminya, memang sering mengalami susah sinyal. Annisa hanya bisa menarik nafas dalam, dan mencoba tertidur. Di dalam mimpinya, ia seperti melihat seseorang sedang menggambar sketsa wajahnya, dengan rambut yang bergelombang tergerai. Rambut yang sengaja dibiarkannya panjang atas permintaan suaminya. Ia seperti berdiri, dari balik punggung si pelukis, mengamatinya yang sedang menyempurnakan lukisan wajahnya, dan sempat mengagumi kecantikannya sendiri pada lukisan itu. Lukisan yang hampir jadi seutuhnya.

Lalu Annisa terkejut, karena tiba-tiba sang pelukis memulas cat putih pada hidungnya, merusak lukisan wajahnya.

“Jangaaan, kenapa? Jangan!“ Ia merasakan tangannya mengguncang bahu si pelukis.

Namun pelukis itu bergeming. Malah ia terus menggerakkan kuasnya ke area mulutnya. Maka rusaklah lukisan wajahnya yang cantik tadi, meninggalkan sepasang mata indah. Pelukis itu meletakkan kuasnya tepat di atas mata itu. Seperti sedang menimbang-nimbang. Menunggu ketetapan hati.

“Jangan… jangan…,” Annisa kembali mengguncang tubuh pelukis itu. Saat itulah ia terbangun. Sesaat ia tidak menyadari, masih malamkah itu? Sudah masuk waktu fajar kah? Apakah ia melewatkan adzan subuh?

Annisa merasakan sisa air mata yang mengering di pipinya. Ia meraba-raba mukanya, dengan gerakan yang ragu-ragu dan cemas. Ia meraba tempat yang tadinya dalah hidungnya, dan ia tak bisa merasakan apa-apa. Jari jemarinya bergerak perlahan, hendak merasakan bibirnya.

Jantungnya seperti berhenti berdetak. Ia tidak bisa merasakan bibirnya lagi. Ia menggerakkan mulutnya dan merasakan hembusan nafasnya sendiri dari lubang itu. Tapi ia tidak bisa merasakan bibirnya. Annisa merasa seluruh tubuhnya lemas. Dengan sisa-sisa kekuatan, ia menyeret dirinya ke cermin.

Annisa melihat wajahnya, atau tepatnya sisa-sisa dari wajahnya. Lubang bekas hidung dan lubang mulut. Sepasang mata yang mengecil karena habis menangis, tertutup sisa kelopak. Hanya alis tipisnya yang masih tersisa di wajahnya. Tak ada seorangpun lagi yang akan mengenali wajah itu sebagai wajahnya. Tidak juga dirinya sendiri. Annisa  menangis sejadi-jadinya.

Namun ketika matahari sudah tinggi, Annisa sadar masih banyak tugas yang menunggunya di luar sana. Maka ia mengumpulkan kekuatan dirinya, mengenakan jilbabnya, dan mengenakan niqab-nya. Pergi keluar rumah, dan menjalankan rutinitasnya. Sebelum menjalankan mobilnya, ia mendapati pesan singkat pada telepon selulernya.

Abi cinta Ummi, bagaimanapun juga. Jaga diri ya Ummi. Sebaik-baiknya perhiasan adalah istri yang solehah. Dan istri solehah adalah istri yang menaati perkataan suaminya.

Annisa menghela nafas panjang. Ia hanya berharap dirinya tetap perhiasan terindah bagi suaminya. Meskipun ia sudah dan mungkin akan semakin, kehilangan wajahnya.  

Sumber: Feby Indirani: Bukan Perawan Maria; Paperback, Pabrikultur, 2017

© Feby Indirani

Feby Indirani: Die Frau, die ihr Gesicht verlor

Eines Morgens erwachte Annisa und sah in den Spiegel. Da stellte sie fest, dass sie keine Nase mehr hatte. „Astaghfirullah!“, rief sie laut. Wäre Razi, ihr Mann, zu Hause, wäre er wahrscheinlich schon aus seinem Lieblingsschaukelstuhl aufgesprungen. Doch Razi befand sich gerade auf einer Dienstreise und würde erst in fünf Tagen zurückkehren. „Oh Gott, was soll ich nur tun?“ Annisa geriet in Panik.

Für einige Zeit vergrub sie ihr Gesicht im Kopfkissen. Der Spiegel in ihrem Zimmer wurde zu einem angsteinflößenden Gespenst. Stundenlang weinte sie und beklagte ihr Schicksal. Wie hatte es passieren können, dass ihre Nase über Nacht verschwunden war?

Genauer gesagt hatte sie einen schlanken Nasenrücken und eine rundliche, liebenswerte Nasenspitze gehabt. Was nun übrig geblieben war, waren die beiden Nasenlöcher und die unteren Hälften der Nasenflügel. Sie hatte keinerlei Schmerzen und konnte wie gewohnt ein und ausatmen, durch eben diese Nasenlöcher, die bis vor Kurzem ihre Nase gewesen waren. Doch wie unbeschreiblich hässlich sah ihr Gesicht ohne Nase aus!

Annisa hegte noch die Hoffnung, dass dies alles nur ein böser Traum gewesen sein könnte. Ein Blick in den Spiegel sagte ihr, dass sie nicht geträumt hatte. Sie hatte keine Nase mehr, oder präziser gesagt, keinen Nasenrücken. Sie war erschüttert. Doch jetzt versuchte sie rational zu denken, verschiedene mögliche Schritte abzuwägen. Sollte sie sich an einen Arzt im Krankenhaus wenden? Ja, das würde sie tun. Nein, dafür würde sie lieber erst Razis Rückkehr abwarten. Aber sie wollte Razi nicht jetzt kontaktieren, denn sie wollte seine Konzentration bei der Arbeit nicht stören. Außerdem vermutete sie, dass das Wiederherstellen ihrer Nase eine beträchtliche Summe kosten könnte. Und als gute Ehefrau sollte sie einen so großen Betrag nicht ausgeben, ohne die Zustimmung ihres Ehemannes eingeholt zu haben. Ins Krankenhaus zu gehen hatte auch keine große Dringlichkeit, denn sie hatte ja keinerlei Schmerzen.

Ja, es handelte sich um ein ästhetisches Problem, ihre Gesundheit war nicht in Gefahr. Obwohl sie sich in ihren Grundfesten erschüttert fühlte, wusste Annisa doch instinktiv, dass ihr Zustand nicht lebensbedrohlich war.

Gut, dies war nicht das Ende der Welt. Sie atmete normal. Annisa musste nur heute wie gewöhnlich aus dem Haus gehen. Sie zog ihr dunkelblaues Kopftuch an, kombiniert mit einem Gesichtsschleier, dem Niqab, der ihr Gesicht bis auf die Augen und Augenbrauen verdeckte. Welch Glück, dass ich einen Niqab trage, dachte Annisa erleichtert.

Für einen Moment fokussierte Annisa sich auf die Dinge, die heute zu erledigen waren: die Schule, die von ihrer Familie betrieben wurde, besuchen und eine Versammlung mit den Lehrern abhalten. Sicherstellen, dass die Renovierung des Schulgebäudes sofort beginnen konnte, vor Beginn des Schuljahrs. Vielleicht würde sie auch an einem Treffen mit der Baufirma teilnehmen. Das wäre dann eine Sitzung nach der anderen. Danach hatte sie geplant, sich ein bisschen zu pflegen und in einen Schönheitssalon für Muslimas zu gehen. Aber das würde sie lieber absagen, sie wollte die Mitarbeiterinnen nicht mit ihrem Anblick erschrecken. Vielleicht würde sie anschließend lieber direkt in den Supermarkt gehen, um Lebensmittel einzukaufen.

In Gedanken versunken fuhr sie ihr Auto sehr langsam. Als sie das Schultor erreichte, begann ihr Herz laut zu schlagen. Sie fühlte sich nicht dazu bereit, in ihrem Zustand viele Menschen zu treffen. Sie wandte ihren Blick in den Rückspiegel und sah den Niqab, der ihr Gesicht verdeckte. Man sieht keinen Unterschied, sagte sie sich. Niemand wird bemerken, ob ich eine Nase habe oder nicht, versuchte sie sich selbst zu überzeugen.

Drei mit Kopftüchern bekleidete Mädchen rannten zu ihrem Auto, als sie ausstieg. Die Schülerinnen begrüßten sie mit einem respektvollen Handkuss.

„Frau Nisa… Frau Nisa…“, riefen die Kinder. Weil sie ihr Auto genau kannten, begrüßten sie Annisa mit ihrem Namen, bevor sie sie sehen konnten.

Die Mädchen trugen einfache weiße Kopftücher, die ihr Gesicht frei ließen. Sie lächelten, während Annisas Hand einer nach der anderen den Kopf streichelte. Annisas Blick fiel auf ihre Nasen.

Annisa betrat den Versammlungsraum der Lehrer, wo sie schon erwartet wurde. Die Sitzung nahm ihren Lauf und hier gelang es Annisa ihre eigenen Probleme zu vergessen. Als die Gebetszeit kam, wurde Annisa wieder an ihre Probleme erinnert. Aber sie hatte einen speziellen sehr privaten Raum an der Schule. Dort konnte sie unbeschwert beten ohne zu befürchten, dass jemand einen Blick auf ihr unverhülltes Gesicht werfen konnte.

Trotzdem war sie nur mit halben Herzen bei ihrem Gebet, sie fühlte sich wie jemand, der sich versteckt, wie jemand, der Angst hat. Du musst stark sein, Nisa, du musst stark sein, sprach sie sich selbst Mut zu. So gestaltete Annisa ihren Tag, sie konzentrierte sich so gut wie möglich auf die Menschen, denen sie begegnete, und versuchte, für deren Probleme eine Lösung zu finden. Oft musste sie selbst die letzte Entscheidung treffen.

Diese Schule war damals von ihren Eltern gegründet worden, und Annisa war es wichtig für das Fortbestehen der Schule zu sorgen. Sie war dankbar, dass Razi damit einverstanden war, dass sie die Schule weiter führte. Razi unterstütze auch die Vision der Schule, eine gläubige junge Generation auszubilden, für die die religiöse Bildung wichtiger war als alles andere.

Das letzte das sie heute zu erledigen hatte, war der Besuch im Supermarkt. Das konnte ja nicht so schwer sein, dachte sie, wo ich diesen Tag schon bis hierhin gemeistert habe. Aber heute war es ihr besonders unangenehm unter den vielen Leuten. Annisa bemerkte einige Menschen, die sie mit neugierigen Blicken musterten. Das war bestimmt wegen ihres Niqabs.

Einen Gesichtsschleier zu tragen war in Jakarta nichts Gewöhnliches, obwohl sie durchaus nicht die Einzige war. Nach den drei Jahren, die sie den Niqab nun auf Wunsch ihres Ehemanns trug, war sie schon an die vorwitzigen Blicke gewohnt. Besonders wenn sie sich in einem Restaurant aufhielten, schauten noch mehr Menschen sie unverhohlen an, die wissen wollten, wie sie es bewerkstelligte, mit einem Gesichtsschleier zu essen. Anfangs hatte es sie gestört, aber dann gewöhnte sie sich daran und beachtete es nicht weiter.

Zu Beginn hatte Nisa Razis Bitte, ein Niqab zu tragen, abgelehnt, obwohl sie schon seit ihrer Jugend Kopftuch trug. Niqab zu tragen war doch noch etwas anderes. Aber laut Razi war es der richtigere, auf den religiösen Geboten basierende Weg.

„Man sollte den religiösen Weg Kaffah gehen, der sich auf alle Lebensbereiche bezieht, Ummi“, hatte Razi mit sanfter, liebevoller Stimme zu ihr gesagt. „Insbesondere weil du so eine schöne Frau bist. Auch wenn Du ein Kopftuch trägst, ist deine Schönheit noch deutlich sichtbar. Und ich bin oft auf Dienstreisen, besuche andere Orte. Da ist es mir nicht angenehm, wenn meine Frau die Blicke anderer Männer auf sich zieht“, ergänzte er sanft und strich ihr dabei übers Haar. Verhielt er sich ihr gegenüber auf diese Weise, schmolzen Nisas Einwände dahin. Razi zwang ihr nie seinen Willen auf, aber er schmeichelte ihr und erläuterte ihr, was er für richtig hielt und wie eine fromme Ehefrau sich verhalten sollte.

Schließlich, wenn auch ein wenig halbherzig, entsprach sie dem Wunsch ihres Ehemanns, einen Niqab zu tragen. Er hatte auch recht behalten, mit Niqab fühlte sie sich tatsächlich sicherer und geschützter vor den Blicken fremder Männer.

Doch Niqab zu tragen machte ihr manchmal das Leben auch schwerer. Ja, wie zum Beispiel beim Essen im öffentlichen Raum. Oder wegen des feucht-heißen Klimas in Jakarta. Oder wenn sie im Einkaufszentrum oder sonst irgendwo in der Öffentlichkeit Freunde traf. Annisa musste lauter rufen, wenn sie Freunde sah, die sie lange nicht getroffen hatte und die sie bestimmt nicht erkennen würden, weil ihr Gesicht verdeckt war.

Manchmal, wenn ihr die Energie dazu fehlte, entschied sie sich auch, an ihr vorbeigehende Freunde von früher nicht anzusprechen. Eigentlich machte es ja keinen Unterschied, sie würden es ohnehin nie erfahren. Trotzdem beschlich sie dann das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, insbesondere wenn es gute Freunde von früher betraf.

An jenem Tag zum Beispiel sah sie Arifin ganz deutlich, einen Mann, der ihr, puh, einmal sehr nahe gestanden hatte. Hm. Nahe, dieses Wort beschreibt ihr Verhältnis nur unzureichend. Treffender wäre zu sagen, dass sich Arifin für einige Zeit darum bemüht hatte, sie näher kennenzulernen und als Verlobte zu gewinnen, bis sie sich dann schließlich für Razi entschieden hatte.

Arifin stand nur wenige Meter von ihr entfernt, in der Obstabteilung des Supermarktes. Annisa spürte, wie ihr Herz plötzlich schneller schlug. Der Mann sah immer noch so gut aus wie in ihrer Erinnerung. Er war etwas fülliger geworden, nicht mehr so schlank wie damals als Student.

Sollte sie ihn ansprechen oder nicht? Ansprechen oder nicht. Annisa befand sich plötzlich in einem Dilemma. Sie sah weiterhin zu, wie Arifin mit der Hand Orangen auswählte, ohne zu bemerken, dass ihm ein Augenpaar mit aufgewühlter Brust dabei folgte.

So ist es halt für eine Frau, die Niqab trägt. Annisa erlebt es oft, dass die Entscheidung, ein Freundschaftsband weiterzuführen, in ihrer Hand lag. Sie konnte bestimmen, ob sie sich zu erkennen gab oder nicht. Trüge sie keinen Niqab, hätte sie Arifin auf die kurze Entfernung hin mit großer Wahrscheinlichkeit erkannt und zuerst angesprochen – so dass Annisa nicht ihren Stolz hätte überwinden müssen. Andererseits war der Gedanke, in der jetzigen Situation keinen Niqab zu tragen und einen Mann aus ihrer Vergangenheit zu treffen, auch nicht vorteilhaft.

Nicht, wenn sie keine Nase mehr hatte.

Jetzt oder nie. Annisa sprach sich Mut zu, um Arifin anzusprechen. Sie würde einen Gruß sagen und den Mann ansprechen, der sicher ihre Stimme erkennen würde. Und wenn auch nur für eine kurze Weile, würde Annisa sich mit ihm unterhalten und sehen wie er darauf reagierte, sie zu treffen.

„Brauchst du so lange? Komm, sonst verpassen wir den Anfang des Films…“, näherte sich eine Frau Arifin und strich ihm über den Rücken, in dem Moment, als Annisa auf ihn zugehen wollte.

Die Frau war hübsch, trug kein Kopftuch, wirkte wie eine junge berufstätige Frau, mit wohlgeformten Augenbrauen und leuchtend pinkem Lippenstift. Annisa gelang es gerade noch, einen Blick auf ihre kleine Nase zu werfen, die mit ihrem ovalen Gesicht harmonierte. Annisa wandte sich vom Anblick der beiden ab und schritt in Richtung Kasse. War sie seine Frau? Seine Partnerin? Der Körpersprache nach zu urteilen standen sie sich nahe. Die Frage, die sich mit aller Macht in ihren Kopf drängte, war die, wie es möglich war, dass Arifin sich mit einer Frau befreundet hatte oder gar mit ihr liiert war, die nicht zu ihrer Gruppe gehörte. Früher war Arifin einer der von vielen bewunderten Leiter ihrer Rezitationsgruppe gewesen, der die Ausdauer für lange Rezitationen besaß und voller Begeisterung war, die Religion zu verteidigen. Wie hatte er sich so schnell verändern können? Vielleicht weil er sie nicht hatte heiraten können?

Annisa war sehr aufgewühlt, als sie nach Hause zurückkam. Sie vermisste Razi, aber ihr Mann würde heute Abend noch nicht zurückkehren. Sie würde wieder allein schlafen müssen. Beim Abendgebet weinte sie bitterlich, fühlte sich leer.

Sie schickte ihrem Mann eine SMS: „Abi, ich habe Sehnsucht nach dir. Ich kann es nicht erwarten, bis du nach Hause kommst. Abi, wenn ich nicht mehr hübsch bin, wirst du mich dann immer noch lieben?“

Ihre Nachricht wurde nicht gelesen. Da wo ihr Mann arbeitete, gab es in der Tat oft kein Signal. Anisa holte tief Luft und versuchte zu schlafen. In ihrem Traum schien jemand eine Skizze von ihrem Gesicht zu malen, ihr welliges, ungeordnetes Haar. Ihr Haar, das sie sich auf den Wunsch ihres Mannes hin hatte lang wachsen lassen. Sie schien hinter dem Maler zu stehen und beobachtete, wie er das Gemälde von ihrem Gesicht vervollständigte und bewunderte ihre eigene Schönheit in dem Gemälde. In dem fast vollendeten Gemälde. Doch dann erschrak sie, denn plötzlich trug der Maler weiße Farbe auf ihre Nase auf, zerstörte das Bild von ihrem Gesicht.

„Nicht doch! Warum? Nein!“ Sie spürte, wie ihre Hand an der Schulter des Malers rüttelte. Doch der Maler ließ sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Er steuerte mit seinem Pinsel auf den Mund des Bildes zu. So zerstörte er das eben noch schöne Gesicht immer mehr. Es blieben nur noch zwei schöne Augen übrig. Nun hielt der Maler seinen Pinsel genau über die Augen, als ob er gerade überlegte, abwartete, was ihm sein Herz sagen würde.

„Nein… nein…“, Annisa schüttelte den Maler erneut. In diesem Moment wachte sie auf. Sie hatte kein Zeitgefühl. War es noch Nacht? Begann der Morgen schon zu grauen? Hatte sie den Morgengebetsruf überhört?

Annisa fühlte die Überreste getrockneter Tränen auf ihren Wangen. Sie befühlte ihr Gesicht, zögernd und ängstlich. Sie ertastete den Ort, an dem sie bis vor Kurzem eine Nase gehabt hatte. Sie fühlte nichts. Ihre Finger bewegten sich langsam und wollten ihre Lippen berühren.

Es war als hörte ihr Herz auf zu schlagen. Sie konnte ihre Lippen nicht mehr fühlen. Sie bewegte ihren Mund und konnte ihren eigenen Atem aus dem verbliebenen Loch spüren. Aber sie fühlte ihre Lippen nicht mehr. Annisa fühlte sich völlig erschöpft. Mit dem letzten Rest ihrer Kraft schleppte sie sich zum Spiegel.

Annisa sah ihr Gesicht, genauer gesagt das, was von ihrem Gesicht noch übrig war. Die Löcher ihrer früheren Nase, das Loch ihres früheren Mundes. Vom Weinen zugeschwollene Augen, durch die Augenlider verdeckt. Nur ihre schmalen Augenbrauen waren noch übrig. Niemand würde so ihr Gesicht erkennen können. Nicht mal sie selbst erkannte sich wieder. Annisa weinte immer heftiger.

Erst als die Sonne schon hoch am Himmel stand, wurde Annisa sich dessen bewusst, das draußen noch viele Aufgaben auf sie warteten. Also nahm sie all ihre Kraft zusammen, legte Kopftuch und Niqab an. Ging aus dem Haus um ihren Tätigkeiten nachzugehen. Bevor sie ihr Auto startete, bekam sie eine SMS. „Ich liebe dich, was auch immer passieren mag. Pass gut auf dich auf. Der beste Schmuck ist eine fromme Frau. Und eine fromme Frau folgt den Worten ihres Ehemanns.“

Eines Morgens erwachte Annisa und sah in den Spiegel. Da stellte sie fest, dass sie keine Nase mehr hatte. „Astaghfirullah!“, rief sie laut. Wäre Razi, ihr Mann, zu Hause, wäre er wahrscheinlich schon aus seinem Lieblingsschaukelstuhl aufgesprungen. Doch Razi befand sich gerade auf einer Dienstreise und würde erst in fünf Tagen zurückkehren. „Oh Gott, was soll ich nur tun?“ Annisa geriet in Panik.

Für einige Zeit vergrub sie ihr Gesicht im Kopfkissen. Der Spiegel in ihrem Zimmer wurde zu einem angsteinflößenden Gespenst. Stundenlang weinte sie und beklagte ihr Schicksal. Wie hatte es passieren können, dass ihre Nase über Nacht verschwunden war?

Genauer gesagt hatte sie einen schlanken Nasenrücken und eine rundliche, liebenswerte Nasenspitze gehabt. Was nun übrig geblieben war, waren die beiden Nasenlöcher und die unteren Hälften der Nasenflügel. Sie hatte keinerlei Schmerzen und konnte wie gewohnt ein und ausatmen, durch eben diese Nasenlöcher, die bis vor Kurzem ihre Nase gewesen waren. Doch wie unbeschreiblich hässlich sah ihr Gesicht ohne Nase aus!

Annisa hegte noch die Hoffnung, dass dies alles nur ein böser Traum gewesen sein könnte. Ein Blick in den Spiegel sagte ihr, dass sie nicht geträumt hatte. Sie hatte keine Nase mehr, oder präziser gesagt, keinen Nasenrücken. Sie war erschüttert. Doch jetzt versuchte sie rational zu denken, verschiedene mögliche Schritte abzuwägen. Sollte sie sich an einen Arzt im Krankenhaus wenden? Ja, das würde sie tun. Nein, dafür würde sie lieber erst Razis Rückkehr abwarten. Aber sie wollte Razi nicht jetzt kontaktieren, denn sie wollte seine Konzentration bei der Arbeit nicht stören. Außerdem vermutete sie, dass das Wiederherstellen ihrer Nase eine beträchtliche Summe kosten könnte. Und als gute Ehefrau sollte sie einen so großen Betrag nicht ausgeben, ohne die Zustimmung ihres Ehemannes eingeholt zu haben. Ins Krankenhaus zu gehen hatte auch keine große Dringlichkeit, denn sie hatte ja keinerlei Schmerzen.

Ja, es handelte sich um ein ästhetisches Problem, ihre Gesundheit war nicht in Gefahr. Obwohl sie sich in ihren Grundfesten erschüttert fühlte, wusste Annisa doch instinktiv, dass ihr Zustand nicht lebensbedrohlich war.

Gut, dies war nicht das Ende der Welt. Sie atmete normal. Annisa musste nur heute wie gewöhnlich aus dem Haus gehen. Sie zog ihr dunkelblaues Kopftuch an, kombiniert mit einem Gesichtsschleier, dem Niqab, der ihr Gesicht bis auf die Augen und Augenbrauen verdeckte. Welch Glück, dass ich einen Niqab trage, dachte Annisa erleichtert.

Für einen Moment fokussierte Annisa sich auf die Dinge, die heute zu erledigen waren: die Schule, die von ihrer Familie betrieben wurde, besuchen und eine Versammlung mit den Lehrern abhalten. Sicherstellen, dass die Renovierung des Schulgebäudes sofort beginnen konnte, vor Beginn des Schuljahrs. Vielleicht würde sie auch an einem Treffen mit der Baufirma teilnehmen. Das wäre dann eine Sitzung nach der anderen. Danach hatte sie geplant, sich ein bisschen zu pflegen und in einen Schönheitssalon für Muslimas zu gehen. Aber das würde sie lieber absagen, sie wollte die Mitarbeiterinnen nicht mit ihrem Anblick erschrecken. Vielleicht würde sie anschließend lieber direkt in den Supermarkt gehen, um Lebensmittel einzukaufen.

In Gedanken versunken fuhr sie ihr Auto sehr langsam. Als sie das Schultor erreichte, begann ihr Herz laut zu schlagen. Sie fühlte sich nicht dazu bereit, in ihrem Zustand viele Menschen zu treffen. Sie wandte ihren Blick in den Rückspiegel und sah den Niqab, der ihr Gesicht verdeckte. Man sieht keinen Unterschied, sagte sie sich. Niemand wird bemerken, ob ich eine Nase habe oder nicht, versuchte sie sich selbst zu überzeugen.

Drei mit Kopftüchern bekleidete Mädchen rannten zu ihrem Auto, als sie ausstieg. Die Schülerinnen begrüßten sie mit einem respektvollen Handkuss.

„Frau Nisa… Frau Nisa…“, riefen die Kinder. Weil sie ihr Auto genau kannten, begrüßten sie Annisa mit ihrem Namen, bevor sie sie sehen konnten.

Die Mädchen trugen einfache weiße Kopftücher, die ihr Gesicht frei ließen. Sie lächelten, während Annisas Hand einer nach der anderen den Kopf streichelte. Annisas Blick fiel auf ihre Nasen.

Annisa betrat den Versammlungsraum der Lehrer, wo sie schon erwartet wurde. Die Sitzung nahm ihren Lauf und hier gelang es Annisa ihre eigenen Probleme zu vergessen. Als die Gebetszeit kam, wurde Annisa wieder an ihre Probleme erinnert. Aber sie hatte einen speziellen sehr privaten Raum an der Schule. Dort konnte sie unbeschwert beten ohne zu befürchten, dass jemand einen Blick auf ihr unverhülltes Gesicht werfen konnte.

Trotzdem war sie nur mit halben Herzen bei ihrem Gebet, sie fühlte sich wie jemand, der sich versteckt, wie jemand, der Angst hat. Du musst stark sein, Nisa, du musst stark sein, sprach sie sich selbst Mut zu. So gestaltete Annisa ihren Tag, sie konzentrierte sich so gut wie möglich auf die Menschen, denen sie begegnete, und versuchte, für deren Probleme eine Lösung zu finden. Oft musste sie selbst die letzte Entscheidung treffen.

Diese Schule war damals von ihren Eltern gegründet worden, und Annisa war es wichtig für das Fortbestehen der Schule zu sorgen. Sie war dankbar, dass Razi damit einverstanden war, dass sie die Schule weiter führte. Razi unterstütze auch die Vision der Schule, eine gläubige junge Generation auszubilden, für die die religiöse Bildung wichtiger war als alles andere.

Das letzte das sie heute zu erledigen hatte, war der Besuch im Supermarkt. Das konnte ja nicht so schwer sein, dachte sie, wo ich diesen Tag schon bis hierhin gemeistert habe. Aber heute war es ihr besonders unangenehm unter den vielen Leuten. Annisa bemerkte einige Menschen, die sie mit neugierigen Blicken musterten. Das war bestimmt wegen ihres Niqabs.

Einen Gesichtsschleier zu tragen war in Jakarta nichts Gewöhnliches, obwohl sie durchaus nicht die Einzige war. Nach den drei Jahren, die sie den Niqab nun auf Wunsch ihres Ehemanns trug, war sie schon an die vorwitzigen Blicke gewohnt. Besonders wenn sie sich in einem Restaurant aufhielten, schauten noch mehr Menschen sie unverhohlen an, die wissen wollten, wie sie es bewerkstelligte, mit einem Gesichtsschleier zu essen. Anfangs hatte es sie gestört, aber dann gewöhnte sie sich daran und beachtete es nicht weiter.

Zu Beginn hatte Nisa Razis Bitte, ein Niqab zu tragen, abgelehnt, obwohl sie schon seit ihrer Jugend Kopftuch trug. Niqab zu tragen war doch noch etwas anderes. Aber laut Razi war es der richtigere, auf den religiösen Geboten basierende Weg.

„Man sollte den religiösen Weg Kaffah gehen, der sich auf alle Lebensbereiche bezieht, Ummi“, hatte Razi mit sanfter, liebevoller Stimme zu ihr gesagt. „Insbesondere weil du so eine schöne Frau bist. Auch wenn Du ein Kopftuch trägst, ist deine Schönheit noch deutlich sichtbar. Und ich bin oft auf Dienstreisen, besuche andere Orte. Da ist es mir nicht angenehm, wenn meine Frau die Blicke anderer Männer auf sich zieht“, ergänzte er sanft und strich ihr dabei übers Haar. Verhielt er sich ihr gegenüber auf diese Weise, schmolzen Nisas Einwände dahin. Razi zwang ihr nie seinen Willen auf, aber er schmeichelte ihr und erläuterte ihr, was er für richtig hielt und wie eine fromme Ehefrau sich verhalten sollte.

Schließlich, wenn auch ein wenig halbherzig, entsprach sie dem Wunsch ihres Ehemanns, einen Niqab zu tragen. Er hatte auch recht behalten, mit Niqab fühlte sie sich tatsächlich sicherer und geschützter vor den Blicken fremder Männer.

Doch Niqab zu tragen machte ihr manchmal das Leben auch schwerer. Ja, wie zum Beispiel beim Essen im öffentlichen Raum. Oder wegen des feucht-heißen Klimas in Jakarta. Oder wenn sie im Einkaufszentrum oder sonst irgendwo in der Öffentlichkeit Freunde traf. Annisa musste lauter rufen, wenn sie Freunde sah, die sie lange nicht getroffen hatte und die sie bestimmt nicht erkennen würden, weil ihr Gesicht verdeckt war.

Manchmal, wenn ihr die Energie dazu fehlte, entschied sie sich auch, an ihr vorbeigehende Freunde von früher nicht anzusprechen. Eigentlich machte es ja keinen Unterschied, sie würden es ohnehin nie erfahren. Trotzdem beschlich sie dann das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, insbesondere wenn es gute Freunde von früher betraf.

An jenem Tag zum Beispiel sah sie Arifin ganz deutlich, einen Mann, der ihr, puh, einmal sehr nahe gestanden hatte. Hm. Nahe, dieses Wort beschreibt ihr Verhältnis nur unzureichend. Treffender wäre zu sagen, dass sich Arifin für einige Zeit darum bemüht hatte, sie näher kennenzulernen und als Verlobte zu gewinnen, bis sie sich dann schließlich für Razi entschieden hatte.

Arifin stand nur wenige Meter von ihr entfernt, in der Obstabteilung des Supermarktes. Annisa spürte, wie ihr Herz plötzlich schneller schlug. Der Mann sah immer noch so gut aus wie in ihrer Erinnerung. Er war etwas fülliger geworden, nicht mehr so schlank wie damals als Student.

Sollte sie ihn ansprechen oder nicht? Ansprechen oder nicht. Annisa befand sich plötzlich in einem Dilemma. Sie sah weiterhin zu, wie Arifin mit der Hand Orangen auswählte, ohne zu bemerken, dass ihm ein Augenpaar mit aufgewühlter Brust dabei folgte.

So ist es halt für eine Frau, die Niqab trägt. Annisa erlebt es oft, dass die Entscheidung, ein Freundschaftsband weiterzuführen, in ihrer Hand lag. Sie konnte bestimmen, ob sie sich zu erkennen gab oder nicht. Trüge sie keinen Niqab, hätte sie Arifin auf die kurze Entfernung hin mit großer Wahrscheinlichkeit erkannt und zuerst angesprochen – so dass Annisa nicht ihren Stolz hätte überwinden müssen. Andererseits war der Gedanke, in der jetzigen Situation keinen Niqab zu tragen und einen Mann aus ihrer Vergangenheit zu treffen, auch nicht vorteilhaft.

Nicht, wenn sie keine Nase mehr hatte.

Jetzt oder nie. Annisa sprach sich Mut zu, um Arifin anzusprechen. Sie würde einen Gruß sagen und den Mann ansprechen, der sicher ihre Stimme erkennen würde. Und wenn auch nur für eine kurze Weile, würde Annisa sich mit ihm unterhalten und sehen wie er darauf reagierte, sie zu treffen.

„Brauchst du so lange? Komm, sonst verpassen wir den Anfang des Films…“, näherte sich eine Frau Arifin und strich ihm über den Rücken, in dem Moment, als Annisa auf ihn zugehen wollte.

Die Frau war hübsch, trug kein Kopftuch, wirkte wie eine junge berufstätige Frau, mit wohlgeformten Augenbrauen und leuchtend pinkem Lippenstift. Annisa gelang es gerade noch, einen Blick auf ihre kleine Nase zu werfen, die mit ihrem ovalen Gesicht harmonierte. Annisa wandte sich vom Anblick der beiden ab und schritt in Richtung Kasse. War sie seine Frau? Seine Partnerin? Der Körpersprache nach zu urteilen standen sie sich nahe. Die Frage, die sich mit aller Macht in ihren Kopf drängte, war die, wie es möglich war, dass Arifin sich mit einer Frau befreundet hatte oder gar mit ihr liiert war, die nicht zu ihrer Gruppe gehörte. Früher war Arifin einer der von vielen bewunderten Leiter ihrer Rezitationsgruppe gewesen, der die Ausdauer für lange Rezitationen besaß und voller Begeisterung war, die Religion zu verteidigen. Wie hatte er sich so schnell verändern können? Vielleicht weil er sie nicht hatte heiraten können?

Annisa war sehr aufgewühlt, als sie nach Hause zurückkam. Sie vermisste Razi, aber ihr Mann würde heute Abend noch nicht zurückkehren. Sie würde wieder allein schlafen müssen. Beim Abendgebet weinte sie bitterlich, fühlte sich leer.

Sie schickte ihrem Mann eine SMS: „Abi, ich habe Sehnsucht nach dir. Ich kann es nicht erwarten, bis du nach Hause kommst. Abi, wenn ich nicht mehr hübsch bin, wirst du mich dann immer noch lieben?“

Ihre Nachricht wurde nicht gelesen. Da wo ihr Mann arbeitete, gab es in der Tat oft kein Signal. Anisa holte tief Luft und versuchte zu schlafen. In ihrem Traum schien jemand eine Skizze von ihrem Gesicht zu malen, ihr welliges, ungeordnetes Haar. Ihr Haar, das sie sich auf den Wunsch ihres Mannes hin hatte lang wachsen lassen. Sie schien hinter dem Maler zu stehen und beobachtete, wie er das Gemälde von ihrem Gesicht vervollständigte und bewunderte ihre eigene Schönheit in dem Gemälde. In dem fast vollendeten Gemälde. Doch dann erschrak sie, denn plötzlich trug der Maler weiße Farbe auf ihre Nase auf, zerstörte das Bild von ihrem Gesicht.

„Nicht doch! Warum? Nein!“ Sie spürte, wie ihre Hand an der Schulter des Malers rüttelte. Doch der Maler ließ sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Er steuerte mit seinem Pinsel auf den Mund des Bildes zu. So zerstörte er das eben noch schöne Gesicht immer mehr. Es blieben nur noch zwei schöne Augen übrig. Nun hielt der Maler seinen Pinsel genau über die Augen, als ob er gerade überlegte, abwartete, was ihm sein Herz sagen würde.

„Nein… nein…“, Annisa schüttelte den Maler erneut. In diesem Moment wachte sie auf. Sie hatte kein Zeitgefühl. War es noch Nacht? Begann der Morgen schon zu grauen? Hatte sie den Morgengebetsruf überhört?

Annisa fühlte die Überreste getrockneter Tränen auf ihren Wangen. Sie befühlte ihr Gesicht, zögernd und ängstlich. Sie ertastete den Ort, an dem sie bis vor Kurzem eine Nase gehabt hatte. Sie fühlte nichts. Ihre Finger bewegten sich langsam und wollten ihre Lippen berühren.

Es war als hörte ihr Herz auf zu schlagen. Sie konnte ihre Lippen nicht mehr fühlen. Sie bewegte ihren Mund und konnte ihren eigenen Atem aus dem verbliebenen Loch spüren. Aber sie fühlte ihre Lippen nicht mehr. Annisa fühlte sich völlig erschöpft. Mit dem letzten Rest ihrer Kraft schleppte sie sich zum Spiegel.

Annisa sah ihr Gesicht, genauer gesagt das, was von ihrem Gesicht noch übrig war. Die Löcher ihrer früheren Nase, das Loch ihres früheren Mundes. Vom Weinen zugeschwollene Augen, durch die Augenlider verdeckt. Nur ihre schmalen Augenbrauen waren noch übrig. Niemand würde so ihr Gesicht erkennen können. Nicht mal sie selbst erkannte sich wieder. Annisa weinte immer heftiger.

Erst als die Sonne schon hoch am Himmel stand, wurde Annisa sich dessen bewusst, das draußen noch viele Aufgaben auf sie warteten. Also nahm sie all ihre Kraft zusammen, legte Kopftuch und Niqab an. Ging aus dem Haus um ihren Tätigkeiten nachzugehen. Bevor sie ihr Auto startete, bekam sie eine SMS. „Ich liebe dich, was auch immer passieren mag. Pass gut auf dich auf. Der beste Schmuck ist eine fromme Frau. Und eine fromme Frau folgt den Worten ihres Ehemanns.“

Annisa holte tief Luft. Sie hoffte nur, dass sie immer noch der schönste Schmuck für ihren Mann war, obwohl sie ihr Gesicht schon verloren hatte und vielleicht noch mehr verlieren würde.

Quelle: Feby Indirani: Bukan Perawan Mary. pabrikultur

Übersetzung von Gudrun Ingratubun

© Feby Indirani, Gudrun Ingratubun