Agus R. Sarjono ist Autor, Essayist und Theaterschriftsteller. Seine neuesten Werke sind Gestatten, mein Name ist Trübsinn, erschienen 2015 in der Übersetzung von Berthold Damshäuser; das Schauspiel The Theatre/Thesaster (zweisprachig deutsch-englisch, deutsch von Cornelia Enger, 2015) und Keluarga Bahagia (2020).
Gemeinsam mit Berthold Damshäuser gab er 2015 das Buch Sprachfeuer: Eine Anthologie moderner Indonesischer Lyrik heraus. Sarjono ist ebenfalls mit Berthold Damshäuser Herausgeber und Übersetzer der Seri Puisi Jerman, die insgesamt acht Bände mit Übersetzungen deutscher Lyriker von Rilke bis Hesse ins Indonesische umfasst.
Für seinen Gedichtband Lumbung Perjumpaan (2012) erhielt der ehemalige Vorsitzende des Komitees für Sprache und Literatur (1997-2003) und Leiter des Kunstrates Jakarta (2003-2006) die Auszeichnung Hadiah Sastera Mastera aus Malaysia und den thailändischen Sunthorn Phu Award für sein literarisches Lebenswerk. Neben seiner Tätigkeit als Dozent im Bereich Theater am Institut für Kultur (ISBI) Bandung ist er Vorstandsmitglied des Jurnal Sajak und Chefredakteur des Jurnal Kritik.
Von Dezember 2002 bis März 2003 war Agus Sarjono als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung zu Gast im Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich.
Die Gedichte in diesem Buch bieten dem Leser einen Überblick über das lyrische Schaffen Agus R. Sarjonos bis ins Jahr 2015…
Weitere Werke Agus R. Sarjonos
Agus R. Sarjono: Frische Knochen aus Banyuwangi: Ausgewählte Gedichte. Hrsg. von Martin Jankowski. Aus dem Indonesischen von Inge Dümpel und Berthold Damshäuser. Edition Galrev 2002, ISNB 3-9333149-31-2. Das Boch auf Booklooker.de.
Nicht in meinem Vaterland. Zwei Gedichte des indonesischen Lyrikers Agus R. Sarjono, in: Orientierungen 2/1999, S. 40-43.
Immer nur wieder dieselbe Geschichte. Gedichte von Agus R. Sarjono, in: Orientierungen 2/2002, S. 57-63.
Der Soldat Jatiman, (Übersetzung einer Kurzgeschichte von Agus R. Sarjono) in: Orientierungen 1/2005, S. 69-83.
Ich stieß auf Paul Celan. Neue Gedichte des indonesischen Lyrikers Agus R. Sarjono, in: Orientierungen 1/2010, S. 37-45.
Und unser Schiff mit schwerer Fracht – Gedichte des indonesischen Lyrikers Agus R. Sarjono, in: Orientierungen 2/2013, S. 67-79.
Agus R. Sarjono auf lyrikline (mit Aufnahmen von Lesungen): hier klicken
Im Herbst 2017 lebte Triyanto Triwikromo drei Monate als Stipendiat des indonesischen Nationalen Buchkomitees in Berlin, um hier und in Prag für seinen Roman Metamorkafka zu recherchieren. Die Geschichte spielt im letzten Lebensjahr Franz Kafkas in Berlin, wo er sich mit seiner Geliebten Dora Diamant niedergelassen hatte.
In seinem Roman vermag es Triyanto Triwikromo, der Geschichte eine kafkaeske Wendung zu geben, als der in Salatiga, Indonesien geborene Kafka sich in ein Rind verwandelt und seiner eigenen Romanfigur Gregor Samsa begegnet. Triyanto Triwikromo, der in vielen seiner fiktionalen Schriften eine große Nähe zu Kafka zeigt, verbindet in diesem Roman die Romanze zwischen Kafka und Dora Diamant geschickt und mit Humor mit der javanischen Philosophie. Besonderen Bezug nimmt er auf Kafkas Roman „Die Verwandlung“, über den er sagt: „Wäre Kafka in Java geboren worden, hätte er das gleiche Buch geschrieben, denn in Java ist das Leben, das Kafka beschrieb, ganz normal. Im javanischen Realismus wird das Sichtbare und das Unsichtbare ohne Unterscheidung miteinander vermischt. Das Satanische und das Göttliche sind im Körper eines Javaners lediglich Attribute, die Seite an Seite gehen und nicht in Frage gestellt werden können“ (dw.com).
Der Roman sollte ursprünglich Anfang 2019 erscheinen, ist aber bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes (Oktober 2020) noch nicht publiziert.
Der indonesische Autor Triyanto Triwikromo wurde 1964 auf Java geboren und studierte Literaturwissenschaft in Semarang. Dort arbeitete er als Dozent für kreatives Schreiben und als Herausgeber einer Tageszeitung. Triwikromo schreibt vor allem Kurzgeschichten und Lyrik. Für sein Werk ist er mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet worden. 2008 war er zu Gast beim Ubud Writers Festival in Bali, 2009 gewann er den Language Center Literaturpreis für Ular di Mangkuk Nabi (The Snake in the Prophet’s Bowl), eine Sammlung von Kurzgeschichten.
2014 wurde er als einer der bedeutendsten Verfasser fiktiver Texte mit dem Khatulistiwa Literaturpreis ausgezeichnet.
Das epische Drama, das während des Zweiten Weltkriegs in Asien spielt, erzählt die Geschichte des japanischen Offiziers Okura, des indonesischen Nationalisten Hidayat und der deutsch-schweizerischen Humanistin Elisabeth. Alisjahbana gelingt es, die große Geschichte im Kleinen und die kleinen Geschichten im Großen widerzuspiegeln. Es geht um Krieg und Frieden, um Liebe und Tod, um den Kampf für die Unabhängigkeit Indonesiens gegen Japan und die frühere Kolonialmacht Niederlande. Es entsteht ein Bild der indonesischen Gesellschaft während des Zweiten Weltkriegs, in dem neben antijapanischen Rebellen, neben traditionellen Muslimen und anderen eher nach Westen hin orientierten Indonesiern auch die Hüter altjavanischer Traditionen und Mythen ihre Rolle spielen. Annäherung und Entfremdung zwischen europäischer, japanischer und javanischer Kultur sind das Thema. Ein Ringen um Menschenrechte, Demokratie und Freiheit. Ein Buch, wie es in seiner Grundaussage in der heutigen Zeit kaum moderner sein könnte.
Sutan Takdir Alisjahbana, einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit, wurde 1908 in Sumatra geboren. Zusammen mit den Autoren Amir Hamzah and Armijn Pane begründete er 1933 das literarische Magazin Poedjangga Baroe (Der neue Autor), um zeitgenössischen Autoren eine Forum für die Publikation ihrer Arbeiten zu geben. 1946, unter japanischer Besatzung, wurde er Sekretär der Komission für die indonesische Sprache (Komisi Bahasa Indonesia). Von 1946 bis `48 war Alisjahbana Professor für die indonesische Sprache an der Staatlichen Universität Jakarta. Alisjahbana starb 1994 in Jakarta.
Anhand der Geschichte dreier Protagonisten mit unterschiedlichen Hintergründen zeichnet Sutan Takdir Alisjahbana ein umfangreiches Gemälde der indonesischen Gesellschaft während der letzten Jahre ihres Kampfes um Unabhängigkeit…
Die Figuren in den Geschichten dieses Buches sind untrennbar verbunden mit ihrer Umwelt und den sie prägenden kulturellen Normen der urbanen Mittelschicht. Das Buch erschien 2015 in deutsch, englisch und indonesisch.
Yusi Avianto Pareanom: Grave Sin #14 And Other Stories. English translations by Pamela Allen German translations by Jan Budweg, Nele Quincke, Susanne Ongkowidjaja. Jakarta, 2015
Der Roman mit dem Titel „Raden Mandasia, der Rindfleischdieb“ wurde im März 2016 bei Banana Publisher in Jakarta veröffentlicht. Für das Buch erhielt Yusi Avianto Pareanom im selben Jahr den Kusala Sastra Khatulistiwa Award in der Kategorie Prosa.
Yusi Avianto Pareanom: Raden Mandasia Si Pencuri Daging. Banana Publisher, Jakarta, 2016
Yusi Avianto Pareanom wurde 1968 in der zentraljavanischen Stadt Semarang geboren. Nach seinem Studium der Geodäsie an der Gadjah-Mada Universität in Yogyakarta arbeitete er als Journalist für die Magazine Forum Keadilan und Tempo. 2005 gründete er das Verlagshaus Banana und 2012 das Produktionshaus Salindia Pictures. Yusi Pareanom schreibt nicht nur, sondern er übersetzt auch ausländische Literatur ins Indonesische. Darüber hinaus arbeitet er als Theater- und Filmproduzent.
Er veröffentlichte die Kurzgeschichtensammlungen Rumah Kopi Singa Tertawa (2011), und Grave Sin #14 (2015 in den Sprachen deutsch, englisch und indonesisch) sowie den Roman Raden Mandasia si Pencuri Daging Sapi (2016), für den er den Khatulistiwa Literaturpreis erhielt. Eine weitere Sammlung seiner Kurzgeschichten veröffentlichte er 2017 mit Muslihat Musang Emas. Seit 2016 ist Yusi Pareanom der Vorsitzende des Literaturkomitees im Kunstrat von Jakarta. Er gilt als der Initiator des inernationalen Literaturfestivals in Jakarta (Jakarta International Literary Festival.).
Auf dem Nachrichtenportal lcb diplomatique des Literarischen Colloquiums Berlin mit Berichten ausländischer AutorInnen aus ihrem Alltag, hat Yusi Pareanom die Geschichte Kuantar Kau dengan Satu Tangan („Ich bringe Dich mit einem Arm ans Ziel“) in indonesischer, deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. Die Übersetzung ins Deutsche wurde von Gudrun Inggratubun angefertigt. Hier der Link zum Text:
„wozu viele bücher lesen wenn dein mund nicht reden darf“ „dann gilt nur ein wort : widerstand !“
1998 verschwand der indonesische Menschenrechtsaktivist, Dichter und Liedermacher Wiji Thukul – und wurde dadurch zur Ikone der Protestbewegung und zur poetischen Stimme im Kampf der Unterdrückten. 20 Jahre später erschienen seine Gedichte in deutscher Übersetzung beim Verlag regiospectra. Mit einem Vorwort von Alex Flor.
Wiji Thukul: graswurzellieder. Aus dem Indonesischen von Peter Sternagel. regiospectra, Dezember 2018