Die Anglistin Gudrun Ingratubun hat fünf Jahre in Indonesien gelebt, dort Indonesisch gelernt und für die Kulturabteilung des Goethe-Instituts gearbeitet. Seit 2010 lebt sie mit ihren drei Kindern in Berlin. Seit 2014 übersetzt sie Kurzgeschichten, Romane und Gedichte aus dem Indonesischen ins Deutsche und war 2016 Stipendiatin der Berliner Übersetzerwerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin. Mehrere Jahre war sie als Gutachterin für das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung tätig.
Außerdem moderiert sie den Lesekreis indonesische Literatur in Berlin. Für die von der indonesischen Botschaft in Berlin durchgeführte Literatur-Veranstaltungsreihe TemuSastra fungiert sie regelmäßig als Dolmetscherin, übersetzt literarische Texte und pflegt engen Kontakt mit den Gast-Autor*innen. 2020 wurde sie mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds zur Vorbereitung der Übersetzung von Intan Paramadithas Roman Gentayangan ausgezeichnet.
Zudem ist Gudrun Ingratubun Buchkünstlerin, die unter dem Namen Book your Story! kreative Buchprojekte für Kinder und Jugendliche initiiert. Die Teilnehmer*innen der Workshops denken sich Geschichten aus und schreiben sie auf. Zu den Geschichten fertigen sie Illustrationen an, entweder mit Linoldruck oder mit Naturfarben gemalt. Auch die Buchdeckel werden selbst gestaltet und zu Unikaten gebunden. In ihren eigenen künstlerischen Werken verwendet sie das Ecoprint-Verfahren und setzt sich in ihren Pflanzendrucken mit der Schönheit, aber auch mit der Verletzbarkeit der Natur auseinander.
Gudrun Ingratubun übersetzte folgende Texte indonesischer Autor*innen, z.T. im Auftrag der indonesischen Botschaft in Berlin für die Veranstaltungsreihe TemuSastra:
Nicht nur in Indonesien, sondern auch international wurde dieses Buch von Feby Indirani mit teils witzigen, teils skurrilen Kurzgeschichten von Kritkern hoch gelobt…
Berthold Damshäuser (geb. 1957 in Wanne-Eickel) lehrt seit 1986 indonesische Sprache und Literatur an der Universität Bonn. Er ist Herausgeber von Orientierungen – Zeitschrift zur Kultur Asiens und Übersetzer indonesischer Lyrik ins Deutsche sowie deutscher Lyrik ins Indonesische. Gemeinsam mit Agus R. Sarjono ist er außerdem Herausgeber der Seri Puisi Jerman (Reihe deutscher Lyrik in indonesischer Übersetzung) sowie von Anthologien indonesischer und deutscher Lyrik. Für das indonesische Literaturmagazin Jurnal Sajak ist er als Redakteur tätig und war Mitglied des Nationalen Indonesischen Komitees zur Vorbereitung des indonesischen Auftritts als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2015. Für das indonesische Nachrichtenmagazin Tempo schrieb Berthold Damshäuser zahlreiche Kolumnen zum Thema Sprache. Eine Auswahl davon wurde auf der Seite des Blogs rubrikbahasa.wordpress.com veröffentlicht.
Berthold Damshäuser hat zudem auf Indonesisch die Kurzgeschichte „Pembunuh dari Sampit“ verfasst, die in der indonesischen Literaturzeitschrift Horison veröffentlicht wurde. Eine Übersetzung ins Englische findet sich hier.
Seit 2023 ist er Mitglied des indonesischen Autorenverbandes SATUPENA.
Die Gedichte in diesem Buch bieten dem Leser einen Überblick über das lyrische Schaffen Agus R. Sarjonos bis ins Jahr 2015…
Bücher von Berthold Damshäuser mit Übersetzungen aus dem Indonesischen (Auswahl):
Jakarta und Berlin im Spiegel der Lyrik/Jakarta dan Berlin dalam cermin puisi, zweisprachige (deutsch/indonesisch) Anthologie mit Gedichten zu Jakarta und Berlin/Antologi dwibahasa dengan puisi mengenai Jakarta dan Berlin, Pustaka Firdaus/Jakarta 2002, ISBN 979-541-149-7, xvii + 93 Seiten, gemeinsam mit Ramadhan K.H.
Sapardi Djoko Damono: Irgendwo in meinen Adern. Gedichte und Geschichten. Jakarta, editum 2015, ISBN 978-602-8876-32-2, 76 Seiten.
Javanische Weisheit: Pituduh und Wewaler – Spruchdichtung aus Indonesien, herausgegeben von Berthold Damshäuser, aus dem Javanischen von Dian Apsari und Berthold Damshäuser, Regiospectra-Verlag Berlin, Berlin 2020, 92 Seiten, ISBN 978-3-9477-2914-2
Denny J.A.: Das Taschenbuch der Fang Yin. Inspirasi.co [Verlag], Jakarta 2015, 122 Seiten, ISBN: 978-602-19153-2-5
Das Taschentuch der Fang Yin: Lesung des deutschen Textes durch Berthold Damshäuser.
Bücher mit Übersetzungen deutschsprachiger Lyrik ins Indonesische (Auswahl):
Malam Biru di Berlin/Blauer Abend in Berlin, zweisprachige (deutsch/indonesisch) Anthologie deutscher Lyrik aus achthundert Jahren, Jakarta 1990, 285 Seiten, gemeinsam mit Ramadhan K.H.
Kau Datang Padaku, Anthologie deutscher Lyrik des 20. Jahrhunderts in indonesischer Sprache, Verlag: Balai Pustaka (Seri BP no. 4058), Jakarta 1994, ISBN: 979-407-682-1, 120 Seiten , gemeinsam mit Ramadhan K.H. (das Buch auf books.google.de).
Seri Puisi Jerman (Reihe deutschsprachiger Lyrik in indonesischer Übersetzung, gemeinsam mit Agus R. Sarjono):
Bertolt Brecht – Zaman Buruk Bagi Puisi, (Bilinguale Sammlung von Gedichten Bertolt Brechts), Kumpulan Puisi Dwibahasa, Band II der Seri Puisi Jerman, ISBN: 979-97717-5-7, Verlag Horison/Jakarta, 2004, 122 Seiten
Paul Celan – Candu dan Ingatan,(Bilinguale Sammlung von Gedichten Paul Celans), Kumpulan Puisi Dwibahasa, (Band III der Seri Puisi Jerman); mit einer Video-CD mit deutschsprachigen Rezitationen (B. Damshäuser) von Gedichten Paul Celans, musikalische Begleitung: Peter Habermehl, Animation/VideoArt: Herry Dim; Verlag Horison/Jakarta 2005, 140 Seiten
Hans Magnus Enzensberger – Coret Yang Tidak perlu. (Bilinguale Sammlung von Gedichten Enzensbergers, Kumpulan Puisi Dwibahasa, (Band V der Seri Puisi Jerman, ISBN 978-979-19813-1-6), Verlag Horison/Jakarta 2009,164 Seiten
Nietzsche – Syahwat Keabadian. (Bilinguale Sammlung von Gedichten Friedrisch Nitzsches, Kumpulan Puisi Dwibahasa, Band VI der Seri Puisi Jerman, Komodo Books Jakarta 2010, 192 Seiten, ISBN: 9 786029 598346, gemeinsam mit Agus R. Sarjono [Monolinguale Neuauflage 2020, Verlag Diva Press, ISBN: 9786232930025, 132 Seiten].
Georg Trakl: Mimpi dan Kelam Jiwa, Sammlung von Trakl-Gedichten in indonesicher Übersetzung, Band VII der „Seri Puisi Jerman“, Komodo Books, Jakarta 2012, 136 Seiten. (gemeinsam mit Agus R. Sarjono) [Monolinguale Neuauflage 2020, Verlag Diva Press, ISBN: 9786232930018, 80 Seiten]
Rainer Maria Rilke: Kedalaman, Terarah Padamu, Sammlung von Rilke-Gedichten in indonesischer Übersetzung, Sonderband der „Seri Puisi Jerman“, Komodo Books, Jakarta 2014, 206 Seiten (gemeinsam mit Agus R. Sarjono), ISBN 978-602-9137-42-2. [Monolinguale Neuauflage 2020, Verlag Diva Press, ISBN: 978-623-293-000-1, 108 Seiten]
Johann Wolfgang von Goethe – Telah Berpilin Timur dan Barat (Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen), Kumpulan Puisi Dwibahasa, Goethe-Institut Indonesien, Jakarta 2012, 166 Seiten
Herrmann Hesse:Cuma Sewangi, Seangin Lalu / Nur ein Duft und Windeswehen, bilinguale (Deutsch/Indonesisch) Sammlung von Gedichten, Band VIII der „Seri Puisi Jerman“ ins Indonesische übertragen von Agus R. Sarjono und Berthold Damshäuser, komodobooks, Jakarta 2015, ISBN: 9786020137804, 160 Seiten,
Ini dan Itu Indonesia. Pandangan Seorang Jerman (Dieses und Jenes über Indonesien. Betrachtungen eines Deutschen), mit einem Vorwort von Agus R. Sarjono und einem Nachwort von Jamal D. Rahman. Komodo Books, Jakarta 2016, 223 Seiten.
Wege nach – und mit – Indonesien: 16 Berichte und Reflexionen. Regiospectra-Verlag Berlin 2015, (herausgegeben gemeinsam mit Michael Rottmann), 350 Seiten.
Nelkenduft in Wolkenkratzern – deutsche Experten über Indonesien. Jakarta: Katalis 1996, 216 Seiten, gemeinsam herausgegeben mit Ulrike Muntenbeck-Tullney.
Soeharto – Gedanken, Worte und Taten, eine Autobiographie aufgrund von Schilderungen gegenüber G. Dwipayana und Ramadhan K.H. Deutsche Übersetzung: Thomas Zimmer, herausgegeben von Berthold Damshäuser, Verlag: PT. Citra Lamtoro Gung Persada, Jakarta 1994, ISBN: 979-8085-01-9, 608 Seiten.
Carsten Ulrich Beermann wurde am 19. Januar 1985 im nordrhein-westfälischen Brilon geboren. Nach dem Abitur (2004) arbeitete er jeweils ein halbes Jahr lang als Journalist im Institut DIAN/Interfidei in Yogyakarta und als Englischlehrer an der Dritten Evangelischen Fachoberschule in Tomohon, beide Indonesien. Anfang 2014 schloss er erfolgreich sein Magisterstudium der indonesischen Philologie an der Universität zu Köln ab. Während seines Studiums unternahm er fünf Forschungsreisen nach Indonesien, wo er insgesamt zwölf weitere Monate verbrachte.
Er ist seit 2007 verheiratet mit Meilani Kristin Lampus aus Manado, Indonesien, und hat zwei Söhne.
Edwin P. Wieringa ist seit 2004 Professor für Indonesistik und Islamwissenschaft an der Universität zu Köln. Der Absolvent der Studienrichtung Sprachen und Kulturen von Südostasien und Ozeanien an der Universität Leiden promovierte 1994 über javanische Handschriftenforschung. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehört die indonesische Philologie. So veröffentlichte er unter anderem den Catalogue of Malay and Minangkabau Manuscripts in The Netherlands (2 Bände, 1998, 2007)
Edwin P. Wieringa wurde am 31. August 1964 in Groningen, Niederlande, geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Dr. Heinrich Seemann (* 22. Mai 1935 in Stuttgart) ist ein ehemaliger deutscher Diplomat und Autor.
Seemann studierte Rechtswissenschaften in Freiburg. Nach seiner Promotion begann er eine Karriere im Auswärtigen Dienst mit Tätigkeiten in den USA, in Nepal (1967–1971) und Japan. Danach arbeitete er als außenpolitischer Berater der Bundespräsidenten Walter Scheel und Karl Carstens. Von 1982 bis 1986 war er Botschafter in Mali, anschließend Chef des Protokolls der Bundesregierung. In der Zeitspanne, als das autokratische Herrschaftssystem in Indonesien zu Ende ging und demokratische Strukturen durch Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie eingeführt wurden, war Heinrich Seemann Botschafter in Jakarta (1994–2000). In dieser Zeit arbeitete er mit drei indonesischen Präsidenten zusammen. Auch in den Jahren danach blieb Dr. Seemann Indonesien mit Rat und Tat eng verbunden. Im Jahre 2002 richtete er im Auswärtigen Amt in Berlin den ersten Ausbildungskurs für junge Diplomaten aus der islamischen Welt ein.
Dr. Heinrich Seemann hat mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zu Asien und insbesondere Indonesien veröffentlicht. Speziell zu Indonesien sind folgende Titel erschienen:
„Von Goethe bis Emil Nolde – Indonesien in der deutschen Geisteswelt“, Jakarta 1996
“ Spuren einer Freundschaft – Deutsch-Indonesische Beziehungen vom 16. bis 19. Jh.“, Jakarta 2000
„Tagebuch einer Revolution – Indonesien auf dem Weg zur Demokratie“, Dietz-Verlag, 2016
Anhand der Geschichte dreier Protagonisten mit unterschiedlichen Hintergründen zeichnet Sutan Takdir Alisjahbana ein umfangreiches Gemälde der indonesischen Gesellschaft während der letzten Jahre ihres Kampfes um Unabhängigkeit…
Jan Budweg studierte Sprachen und Kulturen Austronesiens an der Universität Hamburg sowie Indonesisch an der Universitas Gadjah Mada in Yogyakarta, Indonesien. Danach unterrichtete er an der Universität Hamburg mit den Schwerpunkten Übersetzung Indonesisch–Deutsch, südostasiatischer Film und interkulturelle Kommunikation. Außerdem arbeitete er als Moderator für indonesische Kulturveranstaltungen in Deutschland sowie als Übersetzer für Indonesisch.
Zur Frankfurter Buchmesse 2015 mit dem Ehrengast Indonesien koordinierte er die deutschen Beiträge der trilingualen Serie BTW Books der Lontar Foundation, mit der 25 indonesische Autoren einem internationalen Publikum vorgestellt wurden. Die hier veröffentlichte Übersetzung entstammt diesem Projekt.
Derzeit ist Jan Budweg als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universitas Negeri Yogyakarta tätig.
Geboren wurde Peter Sternagel 1933 in Waldenburg, Schlesien. Er war promovierter Historiker und arbeitete für das Goethe-Institut in Japan und Indonesien, unter anderem als Leiter des Goethe Institutes in Bandung, West-Java und auch als Übersetzer von Romanen von Ayu Utami, Umar Kayam und Andrea Hirata bekannt. Zuletzt lebte Peter Sternagel in Berlin, wo er 2020 verstarb.
Der Kurzgeschichtenband Bukan Perawan Maria wurde von dem renommierten indonesischen Dichter und Publizisten Gunawan Mohamad herausgegeben. Die Sammlung von 18 satirischen Geschichten fand nicht nur in Indonesien, sondern auch international große Beachtung und wurde unter anderem von der Deutschen Welle und der BBC besprochen. 2018 erschien das Buch in der englischen Version, im darauf folgenden Jahr in der Übersetzung ins Italienische.
Feby Indiranis Erzählungen sind unkompliziert, beißend, witzig und humorvoll, nicht aufdringlich und nicht provokativ nur um der Provokation willen. Vielmehr veranlassen ihre Geschichten den Leser immer wieder, über sich selbst zu lachen. Mit Phantasie, Witz und viel Verständnis für Fragen des Glaubens lädt Feby uns ein, den Islam neu zu interpretieren. Ihre Dschinns und Engel zeigen uns die magischen Seiten, die Mythen und Märchen des Islam. Diesen Stil bezeichnet Feby Indirani selbst als Magischen Islamismus.
Feby Indirani: Bukan Perawan Maria. Pabrikultur 2017.
Die Sammlung von Kurzgeschichten von Faisal Oddang erschien 2019 in indonesischer Sprache. Die Geschichten spielen oft vor dem kulturellen Hintergrund der in Süd-Sulawesi beheimateten Bugis-Ethnie und mischen historische Fakten mit mystischen Geschehnissen, die in den lokalen Geschichten überliefert sind.
Das Buch ist nicht in deutscher Sprache erhältlich. Eine der Kurzgeschichten hat Gudrun Ingratubun für uns übersetzt und kann mit freundlicher Genehmigung des Autors hier veröffentlicht werden.
Faisal Oddang: Sawerigading Datang dari Laut. DIVA Press, Januar 2019.
Faisal Oddang wurde am 18. September 1994 im Bezirk Wajo in Süd-Sulawesi geboren. Auf der Hasanuddin-Universität in Makassar, Süd-Sulawesi, studierte er Indonesische Literatur. Heute gehört er zu den anerkanntesten jungen Autoren Indonesiens.
2015 trat Faisal Oddang bei den drei bedeutendsten indonesischen Literaturfestivals auf: beim Ubud Writers and Readers Festival, der Salihara International Literary Biennale (jetzt: Literature and Ideas Festival Salihara – LIFEs) in Jakarta und dem Makassar International Writers Festival. 2016 verbrachte er als Gastautor, unterstützt durch das Nationale Indonesische Buchkomitee, einige Wochen in den Niederlanden.
Die Arbeiten von Faisal Oddang sind inspiriert von historischen Themen und dem Kulturerbe seiner Heimat Sulawesi. Er ist Gründer des Literaturinstituts Makassar (Institut Sastra Makassar), einer Schule für kreatives Schreiben, Publikation und literarische Beratung.
2014 wurde Faisal Oddang mit dem Asean Young Writers Award ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde er durch die indonesische Tageszeitung Kompas als bester Verfasser von Kurzgeschichten ausgezeichnet. Mit seinem Roman „Puya ke Puya“ gewann er 2014 den vierten Platz beim Romanwettbewerb des Kunstrates der Stadt Jakarta und 2015 den Titel „Romanschriftsteller des Jahres“ durch die Zeitschrift Tempo. Auf dem Asean-Literaturfestival wurde er 2017 als bester Essayist ausgezeichnet.
Sein Gedichtband „Manurung“ und der Roman „Tiba Sebelum Berangkat“ wurden 2018 für den wichtigsten indonesischen Literaturpreis, den Khatulistiwa-Award, nominiert.